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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 4 · p. Seite 327

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 4
Article
Das Verhältnis Maimunis zur jüdischen Mystik
Date
1936-01-01
Page
Seite 327 (sequence 23)
Language
German
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Das Verhältnis Maimunis zur jüdischen Mystik 327 Welt, also die ewige Erneuerung der Schöpfung zum Ausdruck bringen. Er wird daher vor allem da verwendet, wo von der ״Erhaltung und Regierung" der Welt durch Gott die Rede ist. Dies aber nicht bloß im Sinne eines bloßen Seinsprinzips (wie I 69), sondern in begrifflich allerdings ungeklärter Weise als eines Lebensprinzips62. Diese Regierung und Erhaltung der Welt vollzieht sich durch Vermittlung der von den Sphären, bezw. den Sphärengeistem Engeln (II 6) strömenden Kräfte (II 5 10). Der Emanationsbegriff erfährt so zwar eine radikale Umbildung63, es darf aber nicht übersehen werden, daß er eine sehr wesentliche Funktion behält: die der Verbindung von Gott und Welt, und zwar, ganz und gar plotinisch, im Sinne der Er״ möglichung einer harmonistischen Theodizee. Ist Gott der״ jenige, von dem ״stets das Gute ausfließt" (II 4), so wird ״in Wahrheit kund, daß man von Gott schlechterdings nicht sagen kann, daß er selbst ein Übel schafft" (III 10). Aber selbst die Materie ist ungeachtet ihrer Verbindung mit der Privation gut für den dauernden Bestand des Seins (ebd.). Die dämonischen Potenzen, die in der Mystik eine Rolle spielen, wie der Tod, der Satan, der böse Trieb, sind nur wechselnde Ausdrücke für die Privation, die an der Materie haftet (III 22, II 30). Das Böse ist nur die Privation des Guten64. Diesem beruhigten Lebensgefühl Maimunis steht das der jüdischen Mystik, vor allem der früheren Phasen (einschließlich des mit M. wohl zeitgenössischen Bahir), diametral gegenüber. Bachja, Torat ha Nefesch, faßt die Materie als die positive Wurzel des Bösen, also nicht als bloße Privation, Mass. Azilut 62 Gott ist der חי העולמים, das ״Leben der Weit“, I 69/72. — Über die Arabot als Ort des Lebensprinzips vgl. I 70. — Auch die spezielle Provi« denz sowie die Prophetie werden durch die Emanation erklärt. II 36 ff״ HI 17 ff. 63 Vgl. Fritz Bamberger, Das System des Maimpnides, 1935, S. 98. B. stellt fest, daß der Begriff der Emanation bei M. ״seines dynamischen Charakters ganz entkleidet“ wird. Gott hört in der Tat auf, im Sinne des aristotel. Formbegriffs Prinzip des Werdens zu sein. B. über beachtet u. E. nicht die wichtige Stelle II 12, die das Emanationsprinzip in durchaus plotinischer Weise als ein die Theodizee tragendes behauptet. 84 Zum Begriff der Privation bei M. im Gegensatz zum Kalam vgl. Z. D i e s e n d r u c kr למושג ההעדר בתורת הרמב״ם, in Abhandlungen z. Erinnerung an H. P. Chajes, 1933, hebr. T. S. 197 ff.

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