Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Das Verhältnis Maimunis zur jüdischen Mystik
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 326 (sequence 22)
- Language
- German
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326 Alexander Altmann Auf der and eren Seite steht die har monistische Auslegungsmöglichkeit der Emanation bei Plotin. Hier sind vor allem die Motive der ,,Quelle“ und des ,,Lichts“ wichtig. Die Ausstrahlung leistet hier die Funktion des In-Kontakt-Setzens aller Stufen der Wirklichkeit mit dem' llreinön; Selbst in der Erscheinungswelt/ in der die Weltseele sich mit der Materie verbunden hat, spiegelt sich noch die Schönheit des geistigen Kosmos. Das Weltganze ist also gerade;vermöge der Emanation ein organisches Ganzes, ein harmöniächer Kosmos. Die plotinische Theodizee wird so vom Emanationsbegriff < getragen59. Maimuni hat sich diese Funktion des Erhanationsbegfiffs in bestimmter Weise zu eigen gemacht. Man7 darf aus den Ein- Schränkungen/ die er an der neuplatonischen Bmahationslehfe vornimmt, nicht auf seine Depotenzierung schließen. Maimuni definiert die Emanation als den bildhaften Ausdruck für den Sachverhalt, daß Gottes Wirken das Wirken eines Unkorperliehen ist, daher irri Gegensatz ziir räumlichen Begrenztheit der körperlichen Wirkung von sich aus ungehemmt nach allen Riehtungen sich ergießt. Das plotinische Gleichnis von der Quelle, das hier herangezogeh wird (II 12)> hat also lediglich den Sinn, die Wirkungsweise Gottes׳ als eine unkörperliche zu veranschauliehen. Daß er nicht eine Emanation der Welt a u s Gott lehrt**0, wird schon durch die Stelle I 5861 ausgeschlossen. Es wäre aber verkehrt, wollte man aus der Ablehnung :eines dynamischen Pantheismus folgern, er habe den Emanationsbegriff restlos umgedeutet. An der genannten Stelle II 12 kommt vielmehr der spezifische Sinn des Bildes von der Quelle darin zum Ausdruck, daß gesagt wird: wie die Wasserquelle indhrei; 'ganzen.;Fülle ausfließt und; nach allen Seiten erqiiickt, so sei die Wirksamkeit Gottes eine immerwährende, und jedes Ding, :welches dazu bereit sei, empfange diese Einwirkung, die man die Etnanatioh nenne. Der BegnfT der Emänatiön hät demnach nicht die Aufgäbe, die Schöpfung als solche theoretisch zu!erklären,, er soll vielmehr den Sachverhalt der Verbindung zwischen Gott und 59 Vgl. bei Herder S. 72, 77. V 60 Eine solche Interpretation hat sogar Plotin selbst für seihe Lehre abgelehnt. Vgl. bei H a r d‘e r S.!104 ff. 61 ״aber nicht in der Weise, wie die Wärme aus dem Feuer üswv1 ״