Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 303 (sequence 4)
- Language
- German
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Besprechungen 303 Schwierigkeit, auf die schon hin gewiesen wurde und die sich kaum ver״ meiden läßt, sind die 4 verschiedenen Sprachen, in denen die Beiträge ab*- gedruckt wurden. Auf dem Gebiete der j. rumänischen Geschichte ist M. A. Halevy führend, der manche geglaubte Legende erschüttert. H.s erster Aufsatz (rumänisch) ist eine größere Untersuchung, in der er 2 ״Urkunden“, die Fundamente der rumänischen bez.w. rumänisch״jüdischen Geschichtsschrei*- bung einer tiefschürfenden Kritik unterzieht. Die eine Urkunde ist der in rumänischer Sprache geschriebene Hrisovul (Erlaß) della Topliceni aus dem Jahre 1525, und die zweite (an anderer Stelle von Landau zum Abdruck gebracht) trägt den Titel: (sic!) מגלה לזיכרון und soll angeblich 5334 im moldauischen Städtchen R o m a n abgefajßt worden sein. Auf Klagen der christlichen Einwohnerschaft der Stadt Vaslui hin untersagte der Woje״ wode Stephan im erwähnten Hrisovul (veröffentlicht 1865) den Armeniern und J. den Erwerb von Grundstücken und die Ausübung einiger Berufe. Die 2. Urkunde, die sogenannte Megillath Roman, enthält folgende Begeben« heit: Unter dem Wojewoden Joan ceL Cumplit, dem; Amal.ekiter (— Armenier), der den Juden gut gesin n t war, wallte die Geistlichkeit die Juden ausrotten, was vom Herrscher glücklicherweise verhindert wurde. H. weist nach, daß diese Megilla eine Fälschung eines wohlmeinenden; Juden ist, der in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts lebte und im Gegen״ satz zum Hrisovul — übrigens auch eine Fälschung — einen Beweis für die Beliebtheit der J. bei den jeweiligen Herrschern erbringen wollte. Die auf derartige ״Quellen“ gestützte Ansicht, daß die J. schon im 15. Jhdt. in der Moldau ansässig waren, wird nicht mehr aufrecht zu erhalten sein. 2 andere Arbeiten (rumänisch) Haievys sind dem Andenken nicht« jüdischer Historiker, und zwar (dem deutschschreibenden) F. J. Sulzer, dem ersten Historiographen der J. Rumäniens, und B. P. Hasdeu gewidmet. H. exzerpiert ihre Äußerungen, um sie der historischen Forschung zugänglieber zu machen. Zuletzt druckt H. die ״Pinkassim“ zweier j. Vereine in Bukarest ab (hebräisch). Zu erwähnen sind hoch die Beiträge (rumänisch) Paps über das Verhältnis des Siebenbürgen er Großrabbinäts zur j. Gemeinde Brasov (Kronstadt) und Sch w e i gs über die tatsächliche bezw. angebliche Abstammung einiger rumänischer Familien von Juden. Wenig Wesentliches bringt M a g i d s Bibliographischer Bericht (rumänisch). Zur Erforschung einer besonderen Spielart des Chassidismus steuert (hebräisch) M. J, Gut 1m! a n bei, der den, Einfluß des Sadagoraer Hauses auf die moldauische Jirdenheit aufzeigt. Besonders interessant gestaltet sich die Lektüre eines an M. Montefiore gerichteten Briefes, den der Zaddik Abraham Jakob aus Sadagora 1854 schrieb^ um dien berühmten j. Sachwalter auf die Bedrängnis der Judenheit Rumäniens hinzuweisen. M. Gast er findet für ״Die Erzählung des Pafnutie usw.“ Parallelen aus Talmud und Midrasch. Nicht sehr glücklich sind die Untersuchungen (deutsch) Heinrich Loewes über ״Ägyptische Namen bei den Hebräern“, Daß, die Namen fast aller Mitglieder: der ״mosaischen Familie“ ägyptischen Ursprunges