Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Römische Persönlichkeiten in Josephus' bellum
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 3)
- Language
- German
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248 A. Posier Caesar für Antipater gesprochen, der alle Privilegien erhält, die Caesar austeilen konnte: das römische Bürgerrecht, Steuer״ freiheit, sonstige Ehrungen und Beweise von Wohlgesinntsein, schließlich Niederschrift dieser Beweise von Caesars Gerechtigkeit und Antipaters guten Taten auf dem Kapitol. Dies wächst sich nachher zur , Freundschaft aus, die bis zur Ermordung Caesars anhält. Man kann m. E. nicht genug über die kurze Darstellung und die Teilnahmslosigkeit von Josephus’ Seite staunen. Man erkennt schon hier, daß J. für diesen Fall keinerlei Spezial- Studium angestellt hat, sonst hätte Caesar nicht so ohne Liebe behandelt werden können. Nur das Ällemotwendigste, was sein Eingreifen in die jüdische Geschichte betrifft, wird von J. berichtet ' III. Caesar-Augustus. Auch hier wird man feststellen, daß der Kaiser nicht allzu sehr in den Mittelpunkt der Handlung gestellt wird, und das mit Recht. ,Aber das Ganze macht offensichtlich denEindruck, daß dieser erste große Römer, von dessen Leistungen das jüdische Land beeinflußt wird, und dessen Taten der jüdische Herrscher in vielfacher und verschiedener Weise anerkennt,, der wahre Herr Palästinas ist, in dessen Hand kleine Szenen des Hauses und große Fragen der Thronfolge zur Entscheidung gelegt werdet. Nach außen hin ist zwar Herödes der Mann und König, von Augustus’ und des Senats Gnaden> der Senatsbeschluß wird sogar auf dem Kapitol niedergelegt, die Senatssitzung in Einzelheiten festgehalten und ,niedergelegt. Auch hier finden wir bereits anfänglich die Hervorhebung der Eigenschaften (siehe Tabelle) und der Freundschaft, sowie der gegenseitigen Schenkungen und Ehrungen. Die ganze Ausschmückung Palästinas und die von Herodes anderswo gestifteten Bauten u. ä. stehen unter der Flagge des römischen Kaiserhauses. Und dies stets entsprechend der Er- Weiterung der Gebiete, über die Herodes zu verfügen hat und der Privilegien, die er als einziger (cf. § 474) genießt. Die häusliehen Schicksale des Herödeshauses werden dem Caesar mündlieh und schriftlich übermittelt, er bestimmt das Gericht, er hört bisweilen persöhlich die Parteiexi, Leben uhd Tod der Kinder des Herodes sind in seiner Hand. Und auch die Königswürde