Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Römische Persönlichkeiten in Josephus' bellum
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 4)
- Language
- German
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Römische Persönlichkeiten in Josephus’ bellum 249;verleihter,י Meegen anderer Ämter muß er die Vorschläge des Herodes billigen; gutheißenrehe sie verwirklicht werden können. Es ist Absicht der Quelle des Josephus, daß Familienszenen einen — sagen wir —־ rührseligen Charakter, auch während amtlicher Verhandlungen, einnehmen, damit soll das persönliche Interesse, nicht nur das Interesse des Kaisers in seiner Person als Kaiser dokumentiert werden. Und es scheint wirklich so, daß die Verbindung zwischen Augustus und Herodes eines gewissen freundschaftlichen Grades nicht entbehrt. So lange Herodes lebt, wird wenigstens die Einheitlichkeit des ganzen Reiches nicht gestört. Nach Herodes Tode erfolgt von Rom aus das Diktat der Zersplitterung des Reichs, was in Zukunft dem römischen imperium es leicht machen wird und muß, Palästina zu seiner Provinz zu machen. Aber auch hier erfolgt beim Tode des Augustus keinerlei Charakteristik des Herrschers. J. hat die Herodesgeschichte schon bei Abfassung des bellum genauer studiert. Sie lag ja auch seiner eigenen Zeit am nächsten. Und er hat sie niedergeschrieben, wie er sie fand. Denn diese Darstellung erklärt den allmählichen Nieder- und Untergang des selbständigen jüdischen Staates. Ohne größeres Beiwerk möge man diese Einzelbetrachtung der drei römischen Persönlichkeiten auf sich wirken lassen. Sie zeigt die Abhängigkeit des J. von seinen Quellen. Z. B. bellum I, 149 werden die ersten Erstürmer der Stadtmauer Jerusalems namentlich aufgeführt; für die jüdische Geschichte ist dies ohne jeden Belang, J. findet dies zufällig und schreibt dies ohne weiteres nach. Die Zahlen beim Tode des ersten und des zweiten Caesar beleuchten die jüdische Chronologie in keiner Weise. Da sie J. so zufällig vorgefunden hat, bringt er sie auch. Überhaupt .zeigt die mangelhaft fortlaufende Datierung, daß es ihm schwer fällt, eine Einleitung seinem jüdischen Kriege zu geben, die auch zeitlich genügen könnte. Der Ton zeigt, daß hier Personen eher als Völker im Mittelpunkte der Geschichts- Schreibung stehen. In den antiquitates ist J. bereits Herr seiner Quellen; schon dieser Umstand bewirkt eine andere Darstellung.