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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 3 · p. Seite 244

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 3
Article
Grundzüge der Aggada des Flavius Josephus
Date
1936-01-01
Page
Seite 244 (sequence 8)
Language
German
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244 Bernhard Heller Rappaport). Das Prophetenweib, der der Gläubiger die Kinder entreißt, war die Witwe des Propheten Obadja. Doch Josephus kennt zahlreiche Namen, die in der alten Aggada nicht nachgewiesen werden. Die Tochter Pharaos, Pflegemutter Mosis, heißt Thermutis; im Buch der Jubiläen Thermuf. Die Mutter Abimelechs, Sohn Gedeons, heißt Druma (Weil! zu V. VII. 1 § 233). Jiftah ist begraben in der Stadt Sebee — Seßer!. Der Onkel Sauls, der ihm vor seiner Wahl zum König begegnet, war Abner. — Der Priester, den Saul befragt, war Achitub. Die Philister kommen in cP8yd zusammen (VI. XIV. 1 § 325). Die Stadt, die Joab belagert, war Rabbata (VII. VI. 2 § 123). — Die Königin von Saba, bei Josephus (nach Herodot) Königin von Ägypten und Anthiopien, hieß Nikauie NirxnjXr]. Bei Herodot, II. 100 eigentlich Nitokris (S. Weill zu VIII. VI. 2 § 157 f.). Dieser Name scheint fruchtbar weitergewirkt zu haben, denn die Annähme klingt ansprechend, daß Bilkis in der islamischen Legende die Königin von Saba, ihren Namen dem Verrücken der diakritischen Punkte von Niklis verdankt. Dieses vermutete Niklis steht der Leseart NbcauXig nahe, welche durch einige Handschriften bezeugt ist1. — Der Prophet, von dem Jorobeam gerügt und bedroht wird, war Jado, Iddo. (VIII. VIII. 5 § 231). Der Gottesmann, der auf den Kopf geschlagen werden wollte (I. Kön 20, 35), war der Prophet Micha b. Jimla (VIII. XIV. V § 389). Die tannaitisch-amoräische Aggada vermeidet es, willkürliehe Namen für Unbekannte zu erfinden. Durch meist geistvolle Verknüpfungen lüftet sie die Anonymität. Die spätere Aggada, namentlich Pseudo-Philo, Pirke R. Eliezer, Sefer Hajjaschar, Chronik des Jerachmeel schwelgt in der Erfindung von Namen. Diese Neigung eignet schon dem Buche der Jubiläen, von dem angenommen wird, daß es Josephus benützt hat. Willkürliche Benennung von in der Bibel Unbenannten, übrigens in der alten Aggada ein höchst seltener Vorgang, scheint der Apologetik, der Abwehr entsprungen zu sein. Diese Anschauung wird durch die talmudische Aggada gestützt. Rab (Baba B. 91a) gibt für die Mütter von Abraham, Simson, David, 1 Wilh. Hertz, Gesammelte Abhandlimgen. 1905, 419, 444.

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