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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 3 · p. Seite 241

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 3
Article
Grundzüge der Aggada des Flavius Josephus
Date
1936-01-01
Page
Seite 241 (sequence 5)
Language
German
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Grundzüg-e der Aggaida des Flavius Josephus 241 Ebenso leicht erklärt es sich, wenn Josephus den Salomonischen Tempel nach seiner Erinnerung an den Herodianischen ausschmückt (Weill zu VII. V. 2). Vielleicht klingt auch sein apaßdpp (III. VII. 1 § 151), wie er den Hohenpriester bezeichnet und das aus כהנא רבא entstellt erklärt wird, an den Alabarch an, den ja auch der Tannait Jose, Sohn der Damascenerin in der Bezeichnung Josephs als אברך erkennen möchtet (Bacher, Ag. Tan I2 392, 2.) Es ist leicht erklärlich, daß Josephus die Völkertafel ganz im Sinne der Erd- und Volkskunde seiner Zeit deutet. III. Tendenz, Apologetisches.!.Verschweigen. Reticence. Der sorgfältigen Zusammenstellung bei Rappaport XXVIII fügen wir Weniges hinzu: Die Hülle des Schweigens wird ausgebreitet über Sünden der biblischen Vorzeit, wie z. B. über das Verschulden Rubens, über das Götzenbild Michas, über den Aufbau Jerichos durch Chiel aus Bethel, über die Nachahmung des Altars in Damaskus durch den Priester Uria. Aber auch Wunderbares wird umgangen, das bei römischen Lesern auf Unglauben stoßen könnte: z. B. die Ernährung Elijahus durch Raben, die Himmelfahrt Elijahus. 2. Harmonisierung. In der Erzählung vom Verkauf Josephs erwähnt Josephus nur die Ismaeliten, nicht auch die Midjaniten. —Richter L 8 berichtet, der Stamm Juda habe Jerusalem erobert, wohingegen Rieh. L 21, II Sam 5, 6—8 die Stadt in Jebusis Besitz weiß. Josephus meint, Juda habe bloß den unteren Teil besetzt. — II Sam 6, 23 heißt es, Michal habe keine Kinder gehabt, wohingegen II Sam 21, 8 ihre Kinder aufgezählt werden; Josephus: von David hatte sie keine Kinder. Ähnlicher Widerspruch hinsichtlich der Kinderlosigkeit Absolons (Weill, zu VII. X. 3 § 243). Die Bibel erzählt zweimal, wie David an den Hof Sauls kam: einmal um als Harfenspieler die Schwermut des Königs zu zerstreuen, einmal als Sieger über Goliath; Josephus (VI. IX. 2 § 175) will den Widerspruch derart beseitigen, daß David ursprünglich zur Milderung der Gemütskrankheit Sauls an den Hof kam, dann aber bei Ausbruch des Krieges gegen die Philister beurlaubt wurde. Monatsschrift, 80. Jahrgang 16

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