Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zwei schwierige Mischnajot
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 235 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2829132-2830015-2830019-2840102--54066-2840188- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Zwei schwierige Mischnajot 235 wähnen. 1. Wenn ר' מאיר diesen Unterschied zwischen!חדד und ע׳-ה hätte machen wollen, dann hätte er es in ,לכתחלד Form angeben müssen, also etwa: .־ .־ . אם הוא ת״ח אינו נשאל, אבל פ״ח צריך שאלה 2 ועונשין אותו. ומחמירין עליו. Sollte aber der Unterschied nur bei בדיעבד bestehen, dann wäre es doch unbegreiflich, warum להתחלה leichter behandelt werden soll als בדיעבד. Es wäre doch unsinnig anzunehmen, da& man für das Befragen eines חכם bestraft wird. 3. Nach dem Grundsatz 7דברים שבלב אינן דברים müßte auch der ת״ח das Gelöbnis einhalten, da der Sinn, den er der von ihm gesprochenen Gelöbnisformel im Herzen gab, irrt schroffen Gegensatz zu der allgemeinen Auffassung steht. Nun aber glaube ich, daß alle diese Schwierigkeiten und Gezwungenheiten nur infolge einer unrichtigen Interpretierung von נשאלין entstanden sind. Der talmudisch-halachische Terminus נשאלין oder נשאל wird im doppelten Sinne gebraucht, und zwar entweder bezieht er sich auf die חכמים, welche über die Auflösbarkeit eines Gelöbnisses befragt werden, wobei נשאלין gleichbedeutend ist mit ״ נזקקיןsie befassen sich“, oder er bezieht sich auf die Gelobenden, die vom חכם über die Einzelheiten und Besonderheiten ihres Gelöbnisses ausgefragt werden8. In 9 Im ersten Sinne wird נשאלין an folgenden Stellen gebraucht: 1. Tosefta Ned. 1, 6 בדר ועכרעל גדרו, אין גשאלין לו עד שינהג *ד־סור כימים שבוזג בהן היחד״ Im Talmud Ned. 20a, wo diese Baraitha angeführt wird,, steht für בזקקין—בשאלין• 2. Tosefta Ned. 2r 10; 5, 2: קונם שאיני נהנה לפלוני ולכל שישאלו לו עליו בשאילין לר.על 3 והראשון ואין בשאלין לו על השבי. Schwierig ist die Stelle in Tos. N. 5, 5: אם אמר נדרתי ואיני יודע מה נדרתי פיתחין לו על כולם, הנודר [מן העיר, נשאל לתכם שבעיר אין חושש שמא נשאל ע״פ עצמו, מישראל, נשאל לחכם שבישראל אינו חושש שמא •נשאל ע״פ עצמו• Nach meinem Dafürhalten ist diese Baraitha nur so zu erklären, daß man die Fälle הנודר מן העיר und ... מישראל . . . mit .den vorangehenden ואיני יודע מה בררתי * in Zusammenhang bringt und vor העיר, wie מאחד מיושבי — מישראל bzw. מאחד einschaltet. Das erste נשאל לחכם ist im zweiten Sinne zu fassen, dagegen das zweite שמא נשאל im ersten Sinne. Danach ist zu übersetzen: y,Wenn jemand sagte: Ich habe etwas gelobt, ich weiß aber nicht was, sucht man für ihn eine Auflösung, die alles umfaßt; hat jemand: gelobt, von irgend einem Stadtbewohner nichts zu genießen, [weiß aber nicht, wen er gemeint habe], kann er trotzdem bei einem חכם jener Stadt die Auflösung seines Gelöb-. nisses nachsuchen; [der חכם] braucht dabei nicht zu befürchten, über sich selbst befragt worden -zu sein [d. h. daß er selbst von jenem Gelöbnis be-