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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 3 · p. Seite 230

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 3
Article
Mar Samuel und Schabur I.
Date
1936-01-01
Page
Seite 230 (sequence 16)
Language
German
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230 Jakob Horovitz von Baeck, Büchler, Carlebach, Cohen, Elbogen, M. Guttmann, Heiäemann, Lazarus, Wohlgemuth u.a. geschrieben worden ist, so ist doch die Bedeutung und die Wirksamkeit des Prinzips von לפנים משורת הדין kaum gestreift, ge« schweige denn bis in seine Bedeutung für die rechte Gesetzeserfüllung und bis hinein in die spätere religionsgesetzliche Literatur verfolgt und dar« gestellt worden. Damit im Zusammenhang steht der Begriff מדת הגזירות, B. mez. 52b, Chuiin 130b u. a. O. — diese wichtigen und ähnliche Stellen fehlen bei Ben Jehuda, Thesaurus — sowie der Begriff עין יפה im Unter״ schied von עין בעובית und עין רעה, Mischna Terumoth IV 3 Tos. V, 3 u. 8, j. Terumoth IV 2, b. Bathra 82b, Chuiin 134b u. 137a, den Maimonides הלכות מתנות עניים VII 5 im Anschluß an das zu Anfang von j. Pea II und Kethuboth50a Gesagte auf die Zedaka überträgt. Wenn Bachja ibn Pakuda in der Vor״ rede seines חובות הלבבות die Worte רחבה מצותך מאד Psalm 119, 96 von den Herzenspflichten versteht, da ja im übrigen der Gebote Zahl festgelegt ist, so liegt diese Auffassungsweise und diese Deutung ganz in der Linie, die die Rabbinen in der hier mitgeteilten Bemerkung zu dem Schriftverse ועשית הישר והטוב vorgezeichnet haben. In den hier angedeuteten Zusammenhang gehören auch u. a. die beiden Talmudstellen B. b. 88b und Chuiin 134a. Die eine bemerkt zu Deut 25, 15: אבן שלמה וצדק das Folgende: צדק משלך ותן לו, während die andere Ps 82, 3b ganz ähnlich folgendermaßen erklärt: מאי הצדיקו אילימא בדינים והא כתיב ודל לא תהדר בריבו אלא צדק משלך ותן לו. Es ist kennzeichnend, daß diese beiden Deutungen von Resch Lakisch stammen, der in ihnen dieselbe Ge״ sinnung bekundet wie an den hier behandelten Talmud'stellen. Die zweite ist übrigens bei Bacher, Äg. der Pal. Amoräer nicht aufgeführt und fehlt auch in den Nachträgen der hebräischen Ausgabe. Im Talmud Aboda zara 25a heißt es, daß mit Rücksicht auf jenes Wort ״Du sollst das Gerade und das Gute tun" das ganze 5. Mosesbuch den Namen ״Das Buch vom Geraden" führt. So betrachtet ist die Stelle der würdige Abschluß des Traktates Baba mezia. Wie es bezeichnend ist, daß die Sprüche der Väter ein Teil der Ordnung Nesikin sind, der der Jurisprudenz des Talmuds gewidmet ist, so ist das ganze jüdische Recht durchs drungen von ethisch religiösen Gesichtspunkten. Nicht uninter״ essänt ist noch die Parallele mit den letzten vier Worten des Traktats Aboda zara. Auch jene hat Schabur I. gesprochen. In ihnen kommt die unumwundene, stillschweigende Anerkennung des. persischen Königs für die Überlegenheit des Judentums auf dem Gebiete der geschlechtlichen Sittlichkeit zum Ausdruck. Die keusche Art, in der er sich aüsdrückt, zeigt den veredelnden

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