Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Mar Samuel und Schabur I.
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 226 (sequence 12)
- Language
- German
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226 Jakob Horovitz stätigen scheint, daß Schabur mit seinen Feinden hart verfahren ist. Siehe übrigens auch Christensen a. a. O., S; 108. Wenn Hoffmann -sich aber dabei u. a. auf Baba mezia 70b beruft, wo der Talmud im Anschluß an Sprüche 288 fragt: ״Was will das sagen: er sammelt es für den, der sich der Armen erbarmt? Rab meint: zum Beispiel Schabur, der König:“, so bedarf dieser Hinweis in diesem Zusammenhang der Nachprüfung. W. Bacher, die Agada der Babylonischen Amoraer, S. 237 Anm148 .'־, versteht die ganze Äußerung ironisch und beruft sich auf Raschi z. St. Wenn man nun Tanchuma zu Ex. 2224 ed. S. Buber, S. 84 heranzieht, welche Stelle auch Jalkut zu Sprüche a. a. O. bringt, so würde man im ersten Augenblick geneigt sein, der Auf״ fassung Bachers zuzustimmen. A. a. O. heißt es nämlich am! Schluß: מי הוא חונן דלים, זה עשו, ועשו חונן דלים הוא, אלא שהמלכות נתגרה בו! ונוטלת ממונו ועושה בו וצרכי רבים איסטוטין ודימוסיות, הוי לחונן דלים יקבצנ. Geht man indessen auf den Inhalt näher ein, dann ergibt sich doch, daß die Regierung es: ist, die das von anderen unrechtmäßig erworbene Geld für immerhin gute, gemeinnützige Zwecke verwendet. Man denke an Beza 29a, wo es heißt: ״Wer etwas geraubt hat, aber nicht mehr weiß, von wem, der verwende es zu gemeinnützigen Zwecken. Was ist darunter zu verstehen? R. Chisda ant״ wortet: Brunnen, Graben und Höhlen/- So scheint Raschi zu Sprüche a. a. O. die Stelle aufgefaßt zu haben, wenn er schreibt :הרשות שומעין עליו שהוא מתעשר בלא משפט ונוטלי! ממונו ובונין בו גשרים ומתקנין בו הדרכים וזהו חניגת דלים. כך דרשו רבי תנחומא Ist das richtig, dann hätten wir die interessante, bisher nicht ge״ würdigte Tatsache festzustellen, daß Rab, der sich sonst mit großer Schärfe gegen die Neuperser wendet (s. u. a. Baba kamma117 ׳a) und mit Artaban V., dem letzten Herrscher aus dem Arsacidengeschlecht, in einem ähnlich intimen Verhältnis stand wie Samuel zu Schabur I., (s. Graetz IV, 3. Äufl., S. 259) doch bei allem Gegensatz zum Neu״Parsismus über Schabur L mit Anerkennung urteilt. R. Samuel Edels zu Baba m. a. a. O. weist auf Aboda zara 2b hin, wo Persien vor den Heiligen, der gepriesen sei, hintritt, um zu bekennen: wir haben viele Brücken angelegt, viele Städte erbaut, viele Kriege geführt usw. Wenn nun auch Persien letzten Endes mit dieser Ant« wort a. a. O. vor Gott nicht bestehen kann, und wenn es auch Baba m. 28b mit gutem Humor heißt: רבי אמי אשכח אודיא דדינדי חזייה ההוא בר נש דקא מרתת א״ל דל- שקול לנפשך דלאו פדםא״י אנן דאמרי אבדתא למלכא, so darf doch immerhin jenes Urteil Rabs nach aILemr was wir ausgeführt haben, cum grano salis ernst genommen werden. Daß das Urteildes Talmuds über Persien ganz besonders auf Schabur I., den siegreichen Feldherrn, Er״ bauer vieler Städte und des berühmten Wasserwerkes zu Schuschter, den Anreger zahlreicher Kunstwerke zutrifft, sei nur nebenbei erwähnt. Ein neues Licht auf die Angabe des Talmuds wirft dasr was Mirkhond bei De Säcy, Memoires sur diverses ahtiquites de la Persei, S. 290, schreibt: On dit, que les liberalites de ce prince ayant paru excessives! ä ses vizdrs ... Mais Schapour leur repondit: ״L'homme vraiment liberal et genereux, est celui aux yeux duquel il n’y a aucune difference entre Tor