Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Mar Samuel und Schabur I.
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 221 (sequence 7)
- Language
- German
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Mar Samuel und; Schabur I. 221 Samuel als den חכימא דיהודאי anredet und׳ ihm damit ebenso seine Be« wunderimg zum Ausdruck bringt, wie wenn Rab Chulin 59a auf Samuel die Worte des Danielbuches IVr 6 ״kein Geheimnis ist ihm verschlossen" anwendet. Aboda zara 30a macht wahrscheinlich, daß Saimuel in intimen Beziehungen zu Ablat gestanden hat und zeigt, daß dieser über jüdisch״ gesetzliche Bestimmungen im allgemeinen unterrichtet war. Daß man. sich in den neu~persischen Kreisen um jene Zeit für die jüdischen Gesetze lebhaft interessierte, wird allgemein angenommen; s. H. H. Schaeder in H. Gunkel—L. Zscharnack, Die Religion in. Geschichte und Gegenwart IV, 2. Auf!., s. v. ״Perser": III. Parsismus und Judentum. Ohne Zweifel hatte Schabur I. für religiöse Probleme überhaupt ein sehr starkes Interesse. Das zeigt sich auch darin, daß Mani, der unter Varahran, dem zweiten Nachfolger Schaburs I, hingerichtet wurde, am Krönungstage Schaburs zum erstenmal als Religionsstifter in Ktesiphon auf trat und diesen auf seinen Kriegszügen begleitet hat. Eine der Hauptschriften Manis ist Schabur gewidmet; s. Justi, Geschichte des alten Persien 1879, Th. Ntöldeke, Aufsätze zur persischen Geschichte, Lpz. 1887, S. 92 ff., be״ sonders aber Schaeder bei Gunkel«Zscharnack III, 2. Aufl., s. v. Mani« chäismus. .!*־! j |־||j |F| Bekanntlich wird Samuel an einigen Stellen (SabbatK 53a, Kiddu« schin 39a, Chulin 76b und Menachath 38b) אריוך genannt. Über die ver״ schiedenen Erklärungen dieses Namiens s. Raschi und Tosaphoth a. d. a. O. Wenn Isak Lampronti im פחד יצחק und andere lange vor ihm zu diesem Titel bemerken: וסימנך אריוך מלך אלסר und! das wolle sagen׳: Samuel ist im Zivilrecht König, nicht aber in Ritualien (אל אסר אלסר), so trifft diese sehr geistreiche Erklärung doch gewiß nicht den ursprünglichen Sinn®. Die im ספר היוחסין in! Namen von טרוך הקצר mitgeteilte Übersetzung des Wortes J. Levy verweist gegenüber Rapoport auf Ab. zara 17b und Sabbath 152a, wo sich das gleiche Wort findet, dort aber gegenüber Josua ben Chananja, dem Zeitgenossen Domitians und Hadrians, sowie gegenüber Eleazar ben Parta, einem Schüler Rabbi Akibas, gebraucht wird. Es ist nicht zu leugnen, daß das einer Ableitung des Wortes aus dem׳ Persischen zu widersprechen scheint. Levy hat indessen übersehen, daß Rapoport selbst solchen Ein״ wänden nicht nur durch den Hinweis darauf, daß das Wort sich im j. Talmud und im Midrasch nirgends findet, zu begegnen versuchte, son״ dem auch durch die folgende Bemerkung im Anhang zum Erech Millin S. 259:והמגיד המאוחר בפרס היה יכול לדבר בלשונו גם מאבידן שהיה בימי ר״ אלעזר ור/יהושע בן חנניה» 6 Ich halte aber nicht für ausgeschlossen, daß Raschi eben diese Auf« fassung bereits voraussetzt, wenn er Chulin a. a. O. schreibt: אריוך קרי שמואל על שם אריוך מלך אלסר דהלכתא כוותיה בדיני» Ist das richtig, dann entspräche die Wiedergabe der bezüglichen Stelle bei סדר הדורות dem Sinne, wenn auch nicht dem Wortlaut nach dem, was Raschi meint. Gegen Rapoport, Erech Millin s. v.אריוך!