Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Mar Samuel und Schabur I.
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 3)
- Language
- German
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Mar Samuel und Schabur I. 217 Nicht unmöglich, daß es Schabur wegen der Ähnlichkeit mit dem Namen des Tradenten angewandt hat, worauf Abraham ben David (s. Schitta mek. z. St.) aufmerksam macht. So angesehen, ist die Wahl der Worte eine besonders witzige und glückliche. Die Namen sowohl Ephraims wie der beiden Rabbi Simon sind in ihnen angedeutet3. Allein einem bloßen Wortspiel zuliebe konnten sie nie und nimmer so gefallen sein, wie dies der Fall ist. Allen Kennern des Talmuds ist bekannt, daß Samuel an einigen Stellen (Pesachim 54a, B. kamma 96b, B. bathra 115b) den Namen ,,,König Schabur“ (שבור מלכא) führt, und an anderen Stellen auch Raba (nicht Rabba, s. דקדוקי סופרים zu Pesachim 54a) so genannt wird. Die bezügliche Mitteilung des Talmuds mochte zunächst manchem auffällig erscheinen. Graetz IV, 3. Aufl., S. 265 ist noch im Zweifel darüber, ob sie lobend oder rügend gemeint sei, wobei er allerdings außer acht läßt, daß ja nicht Samuel allein so genannt wird. Sie wird wie so vieles andere erst durch außerjüdische Quellen voll beleuchtet. Theodor Nöldeke macht Tabari, Leyden 1879, S. 4431 * darauf aufmerksam, daß es eine der höchsten Auszeichnungen der persisehen Großen war, den Namen des regierenden Königs mit dem Vorgesetzten tahm stark führen zu dürfen. S. Funk, Die Juden in Bayblonien, S. 74, meint nun, daß an Stelle jenes persisehen Wortes die Bezeichnung König getreten sei. Ich möchte glauben, daß die beiden Bezeichnungen nicht so ohne weiteres gleichzusetzen sind. Vielmehr scheint mir, daß die jüdischen Bewunderer Samuels bezw. Rabas, dem Schabur II. offenbar die gleiche Gunst verliehen hat, wie sie jenem durch Schabur I. zuteil wurde, durch diese Benennung zum Ausdruck bringen wollten, daß die Rabbinen innerhalb des Judentums die eigentliehen Regenten sind, wie sie das ja damals auch waren, während die Philosophen dem Platon als die Könige seines bei Arueh, bzw. beiden zugleich folgen, ist danach abzulehnen. Dankbar werden die Leser dieses Aufsatzes in der Folge eine Reihe weiterer wertvoller Ergänzungen Schaeders begrüßen. Diese sind durch ein jeweilig vor gesetzt es Sch. her vor gehoben. 3 Sch.: ״Die beiden Worte sind nur in der Schrift und nicht im Laut ähnlich/‘ Abraham ben David setzt in der Tat auch das letztere voraus.