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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 3 · p. Seite 188

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 3
Article
Vom Sinn des Seins
Date
1936-01-01
Page
Seite 188 (sequence 5)
Language
German
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188 Albert Lewköwitz Raumes die umweltlichen Gegenden zu den ״reinen" Dirnen״ sionen. Die Plätze des zuhandenen Zeuges sinken zu einer Stellenmannigfaltigkeit für beliebige Dinge zusammen. Die Räumlichkeit des innerweltlichen Zuhandenen verliert hiemit ihren Bewandtnischarakter. Die Umwelt wird zur Natur״ weit. Die Welt als zuhandenes Zeugganzes wird verräumlicht zu einem Zusammenhang von nur noch vorhandenen aus״ gedehnten Dingen (Descartes). Das Dasein ist hingegen zunächst und zumeist von seiner Welt benommen. Wer ist dieser Benommene? Wer bin ich, der Besorgende und Besorgte? So wenig eine vom Ich isolierte Welt gegeben ist, bin ich ein isoliertes Ich, ohne die Anderen. Die Beschreibung der nächsten Umwelt ergibt, daß mir in dieser selbst die Anderen begegnen, mit denen ich es zu tun habe. Die Welt des Daseins ist wie Umwelt, so Mitwelt, Mitdasein. Das Seiende, zu dem sich das Dasein als Mitsein verhält, hat aber nicht die Seinsart des zuhandenen Zeuges, es ist selbst Dasein. Dieses Seiende wird nicht besorgt, sondern steht in der Fürsorge. Das Für-, Wider״, Ohne-einan der sein, das Aneinander-vor״ beigehen sind mögliche Weisen der Fürsorge. Und grade die letzteren Weisen der Indifferenz charakterisieren das alltägliche und durchschnittliche Miteinandersein. Hinsichtlich ihrer posi״ tiven Modi ist das Miteinandersein Verbundenheit, einspringende Fürsorge. In diesen Beziehungen zu den Anderen, in diesem Mit״ einandersein sind wir von den Anderen bestimmt durch die Art und Weise, wie ״man" miteinander verbunden ist. Wir ge״ nießen und vergnügen uns, wie man genießt, urteilen, lieben, hassen, wie man es tut. Das Manr das kein bestimmtes ist, und das alle, obzwar nicht als Summe sind, schreibt die Seinsart der Alltäglichkeit vor. Das Man, das wir die Öffentlichkeit nennen, regelt zunächst alle Welt״ und Daseinsauslegung. Und das nicht auf Grund eines ausgezeichneten Seinsverhältnisses, sondern auf Grund des Nichteingehens auf die Sachen, weil die Öffentlichkeit unempfindlich ist gegen alle Unterschiede des Niveaus und der Echtheit.

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