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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 3 · p. Seite 187

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 3
Article
Vom Sinn des Seins
Date
1936-01-01
Page
Seite 187 (sequence 4)
Language
German
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Vom Sinn des Seins 187 kann hier nicht stehen bleiben. Die Frage geht auf das Sein des ganzen Menschen, den man als leiblich-seelisch-geistige Einheit zu fassen gewohnt ist. Dasein existiert. Dasein ist ferner Seiendes, das je ich selbst bin. Ich bin nicht allein, sondern ich bin in der Welt, Dieses bedeutet nicht bloß eine räumliche Beziehung zur Welt der Gegenstände außer mir. Ich bin nicht in der Welt wie ein Gegenstand von einem anderen umschlossen wird. Sondern, indem ich mich in der Welt weiß, habe ich es mit der Welt zu tun. Die räumliche Beziehung ist fundiert auf dieses In-der- Welt-sein. Ebenso ist das Erkennen eine Seinsart des In-der^ Welt-sein, Damit Erkennen als betrachtendes Bestimmen des Vorhandenen möglich sei, bedarf es vorgängig des besorgenden Zu-tun-habens mit der Welt. Der Umgang mit der Welt bedeutet eine Mannigfaltigkeit der Weisen des Besorgens. Die nächste Art des Umganges ist nicht das nur noch vernehmende Erkennen, sondern das hantierende, gebrauchende Besorgen, das seine eigene ״Erkenntnis“ hat. Das alltägliche Dasein ist schon immer in dieser Weise praktisch, und die Dinge, mit denen es das Dasein zu tun hat, sind das Zuhandene. So ist die nächste Welt des alltäglichen Daseins die Umwelt. Das praktische Verhalten ist nicht atheoretisch im Sinne der Sichtlosigkeit, sondern hat seine eigene Sicht. Das Besorgen entdeckt die Verwendbarkeit oder Unverwendbarkeit des Vorhandenen oder das Fehlen eines Zuhandenen. Diese Vertrautheit mit der Welt verlangt nicht notwendig eine theoretische Durchsichtigkeit der die Welt als Welt konstituierenden Bezüge. Wohl aber taucht Welt nur auf in dieser Bedeutsamkeit für das In-der-Welt-sein. Auf Grund dieser Bedeutsamkeit fixiert das Besorgen den Platz, den ein verwendbares Zeug hat, bestimmt sein oben und unten, die Gegend, wo ein Ding zu finden ist, seine Entfernung und Ausrichtung. Rechnerisch genommen mögen diese Schätzungen ungenau und schwankend sein, sie haben in der Alltäglichkeit des Daseins ihre eigene und durchgängig verständliche Bestimmtheit. Im Gegensatz erst zu dieser umsichtigen Orientierung neutralisiert das umsichtsfreie, nur noch hinsehende Entdecken des

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