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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 3 · p. Seite 186

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 3
Article
Vom Sinn des Seins
Date
1936-01-01
Page
Seite 186 (sequence 3)
Language
German
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186 Albert Lewkowitz Menschen und des menschlichen Geistes nur theologisch ver״ bräirtt Und das Problem, um das es heute in der Theologie geht, ist dementsprechend die Frage, ob sie nicht statt dessen unter entschlossenem Verzicht auf weltanschauliche Sicherung des Glaubens eben jene Weisheit daraufhin untersuchen müsse, ob sie nicht die Weise ist, wie heute die verlorene Welt sich an sich selbst festzuhalten sucht. Sie bekäme dann wieder den Menschen in seiner Verlorenheit und Gott in seiner den Sünder rechtfertigenden Gnade zu Gesicht. (Gogarten: a. a. O. S. 91;,) So verneinen die durch Welten von einander getrennten Stellungnahmen des biologischen Naturalismus und der dialek״ tischen Theologie dennoch beide die Fähigkeit des Geistes zur Wahrheitserkenntnis und fordern umso entschiedener für ihre einander kontradiktorisch entgegenstehende Sinngebung des Sinnlosen Glaube, Gehorsam, Unterwerfung1. Im Gegensatz zu dieser Ablehnung der Wissenschaft als des Weges zur Wahrheit sieht die Existenzphilosophie Hei״ d egger s2 ihre Fundamentalaufgabe in der ontologischen Klä״ rung des Seins des Seienden, dessen Teilgebiete in den ver״ schiedenen Wissenschaften zur Erkenntnis gelangen. Wissen״ schäften aber sind Verhaltungsweisen des Menschen zum Seien« den. Soll also Seiendes in seinem Sein erfaßt werden, so muß festgestellt werden, was im menschlichen Bewußtsein Sein be״ deutet. Denn der Mensch weiß um sein Sein, er ist Dasein, ist Existenz, die um sich weiß. Das Wesen, des Menschen liegt in seiner Existenz als Person. Die Erkenntnis des Wesens des Menschen, des Daseins, der Existenz erschließt den Sinn des Seins. - Person ist kein Ding, keine Substanz, kein Gegenstand. Zum Wesen der Person gehört, daß sie nur existiert im Vollzug ihrer intentionalen Akte, sie ist also wesenhaft kein Gegen״ Stand. Person ist als Vollzieher intentionaler Akte gegeben, die durch die Einheit eines Sinnes verbunden sind. Aber die Frage 1 Vgl. über Nietzsche: Lewkowitz: Das Judentum und die geistigen Strömungen} des 19. Jahrhunderts, S. 537 ff. und zur dialektischen Theologie: Alexander Altmann: Zur Auseinandersetzung mit der dialekt. Theologie. MGWJ 79. Jahrg., Heft 5, S. 23 ff. v 2 Martin Heidegger: Sein und Zeit, 1. Hälfte, 4. Aufl. 1935.

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