Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das philonische Fragment De deo
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 169 (sequence 7)
- Language
- German
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Das phiionische Fragment De deo 169 raum iiri Genesiskommentar brach liegt. Philon hat Gen 18, 1. 2 allegorisch erklärt, die Vision Abrahams, und anschließend daran die Vision des Jesaias. Nach der oben gegebenen stilistischen Charakteristik ist es höchstwahrscheinlich, daß die ganze Schrift, aus der De deo herausgebrochen wurde, Erscheinungen Gottes behandelt hat. Dahn weist sie aber den gleichen Charakter allegorischer Kommentierung auf wie die Bücher De somniis. Doch über die kompositiönelle Ähnlichkeit hinaus gibt es auch eine inhaltliche Verbindung des Fragments De deo mit der Schrift De somniis. Erinnern wir uns daran, daß den beiden erhaltenen Büchern eines vorausging, dessen Inhalt Philon De somn. II § 2 angibt; wenn die dort in § 3 geschilderte Art der Träume zu denen des Abimelech und Laban passen soll, dann waren es solche, in denen Gott zu den Träumenden kam; denn Gen 20, 3 beginnt mit den Worten: xal sicrfjAOev]• 6 080g Jtpog 5AßifieAe;( 8v ׳ujrvco tt|v vuxta xai ebtev und Gen 31, 24: fjAOev 830 080g jt^og Aaßav tov Suqov xaOa uatvov tr)v vuxta xal eircev autco. Vergleichen wir damit die Grundlage der Interpretation im Anfang des Bruch- Stücks De deo, Gen 18. 1: 688 ןר0קףג'autcp 6 ,Oeog ... [18ar]j-1ßp1ag, dann haben wir die Antithese, aber auch den inneren Zusammenhang unseres Fragments mit dem ersten der drei Bücher De somniis herausgestellt; in diesem erscheint Gott den träumenden Mensehen während der Nacht; in der Schrift, zu welcher De deo gehört, den wachenden bei Tag. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit groß, daß unser Bruchstück ein Teil des Werkes ist, das nun die Überschrift trägt: 0eo:rcefx7tto׳ug sivai to׳ug 6ve1()0׳ug. Der Titel bezeichnet, wie so mancher Titel phiionischer Schriften nur einen Teil des Inhalts, mag er dem Ganzen a potiori parte gegeben worden sein, mag er erst nach dem Verlust dreier Bücher den restlichen angemessen sein. Damit ist aber die Bedeutung des Stückes De deo für die Abhandlung über die Träume noch nicht erschöpft. Es erlaubt uns 1. festzustellen, daß die ersten zwei Bücher De somniis Bibelstellen behandelten, in welchen Gott wachenden Menschen erscheint. Die Gedanken Phiions, welche zwischen Visionen und Träumen die Verbindung herstellten und sie als Arten der Epiphanie Gottes unterschieden, werden in der Einleitung zum 1. Buch von ihm dargelegt worden sein. 2. Nicht der Traum