Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das philonische Fragment De deo
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 6)
- Language
- German
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168 Maximilian Adler Interpretation einzelner Bibelstellen das Ziel des Schriftstellers wie in den ersten Schriften des Genesiskommentars oder sind die Bibelstellen nur äußerlicher Ausgangsort für eine eigene Konzeption Phiions, die er unter einheitlichem Gesichtspunkt in freier Darstellung entwickelt? Selbst in diesem kurzen Bruch« stück glauben wir den gemeinsamen Grundgedanken auf gedeckt zu haben, für welchen aus der Bibel Beispiele, Illustrations« material, geholt werden. Die Erscheinungen Gottes bilden das Thema. Das ist die Art allegorischen Kommentars, die wir aus der späteren Phase der schriftstellerischen Tätigkeit Phiions kennen, aus der Schriftengruppe De agricultura, De plantatione, De ebrietate. So weit, so gut. Was hat nun das Ergebnis unserer Unter« suchung für die Frage der Einteilung der fünf Bücher De som« niis für Folgen? Nach Gfrörer, Dähne, Großmann, Massebieau, Wendland, Cohn, Schürer und Leisegang war in dem Buche, das den beiden erhaltenen voranging, der in Gen 20, 3—7 er« zählte Traum Abimelechs behandelt und wahrscheinlich auch Labans Traum Gen 31, 2414. Die Folgerung aus diesem Tat« bestand formulierte Cohn aufs genaueste so15: ״Den Ausgangs« punkt bildete für Philo . . . wohl der Traum Abimelechs Gen 20, 3, so daß wir uns die ganze Abhandlung über die Träume als einen Kommentar zu Gen cap. 20 zu denken haben/' Diese Ansicht Cohns geht auf Massebieau zurück, der bei seinem Be« streben, die Lücken des Genesiskommentars aufzuzeigen, in diesem ״Ausgangspunkt für Phiions ganze Abhandlung über die Träume" ein Mittel ׳erblickt, die große Lücke, die zwischen dem Ende der Schrift De mutatione nominum (Gen 17, 23) und dem Anfang des uns erhaltenen 1. Buches De somniis (Gen 28, 12) klafft, zu verkleinern16. Nun hat aber die Analyse des Fragments De deo ergeben, daß nicht einmal so viel Zwischen« 14 Als Argument wird dafür angeführt, daß außer den Träumen; die in den beiden erhaltenen Büchern interpretiert werden, nur diese zwei i־m Pentateuch Vorkommen; vgl-, z. B. Wendland a. a. O. p. XIX. 15 Eint. u. Ghronol. d. Schriften Philos S. 402. 10 ״Ainsi la!neune, si vaste au premier coup d'oeil, que nous avons signalee entre 1-e changement des nomset les songes ne s’etendait pas reellm-ent de Genese XVII 23 a XXVIII 12, mais seuleuvent ä Genese XX 3/* S. 31 a. a. O.