Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Neue Schriften zum Maasse-Buch [Rezension]
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 140 (sequence 13)
- Language
- German
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140 Besprechungen licher Kriterien, dach durch das arabische Original zu Beantworten, Zu S. 38. Die Aufnahme einer talmudischen Legende bei Nissim beweist keineswegs deren- Verbreitung in Nordafrika: Nissim hat sie ja nicht dem Volksmunde, sondern dem Talmud entnommen. Zu S. 54, 61. Die Folge״ rungen auf iranischen* indischen, babylonischen Ursprung, das Pressen des Namens 1(יש? p שפיפון ZU mythologischen Ergebnissen scheinen unnötig. Zu S. 55, 61. Da der Drache sich dem, Ben Sabar in eine Brücke ver״ wandelt, eine Brücke aber über ein Wasser führt, erscheint die Fassung in Jellineks Beth Hamidrasch 6, 133 f., wo Ben Sabar über den Fluß setzt* ursprünglicher als bei Gaster Exempla 137, wo er auf einen Berg stößt. Hier ist auch der Text zu berichtigen: S. 57, Zeile 2 ist zu lesen: מיד ירד מלאך המות Z. 8; להשלים לי את בן סבר, Z. 12* 13: לא נפשי חכיבה לו מנפשו ולא נפשו מגפשי Zu S. 64f. לא חשת בעצמך מן הנחש bedeutet nicht: Hast du die Schlange nicht bemerkt, sondern* hast du keinen Schmerz verspürt, wie die Schlange dich gebissen hat? Zu S. 65. Die Ableitung des mythischen ערוד von uöwp ist entschiedenst abzulehnen. Zu S. 69. Zur Legende von der wohltätigen Frau, die vor dem Ertrinken gerettet wird, wäre das aller״ dings erst in 1001 Nacht bezeugte Märchen anzuführen vom Weibe, das königlichem Verbot trotzend einem Armen zwei Brote gibt, durch die ihr ins Wasser gefallene. Kind gerettet wird (Chauvin Bibliographie arabe, V, 138 f., Bolte״Polivka I, 310). Zu S. 71. ״Betonung des ethischen Moments“ kann bei einer jüdischen Legende nicht zur Zeitansetzung verhelfen* sie ist allzeitlich im Judentum, — ebensowenig, die Schätzung־ des Almosen״ gebens S. 97. — Zu S. 79. Dem wundergläubigen Talmud läßt sich Ratio״ nalisierung des Wunders kaum zumuten. Zu S. 103. Von -Sahara* der in den Erzählungen seine eigenen Wege geht, läßt sich nicht auf eine alt״ jüdische Vorstellung schließen, den Chassid könne nur Gott erkennen. Ergebnisse. Dieser Band von G. scheint mir besonders ergebnis״ reich. Überaus gehaltvoll gestalten sich die Ausführungen über מעשיות Wort und Begriff (S. 13 f.), über den Thesaurus der guten Taten* 83 ff., besonders über das Maasseibuch (43, 55, 80, 93—95). Tief, gehen die Unter״ suchungen über das Wunder mit der trefflichen Feststellung: ״Durch die gesamte Tradition geht der Gegensatz von mystischer und rationalistischer W.underauffassung: die einen sehen die Größe Gottes in der Freiheit, die ihn auch von dem von ihm selbst aufgestellten Naturgesetz unabhängig macht, die anderen betrachten gerade die unvergleichliche Geltung des gottgeschaffenen Naturgesetzes als Manifestation der göttlichen Macht“ (29). Fein ist die Beobachtung, daß die talimudische Literatur den anderen Völkern wohl צדיקים zuspricht, doch keine חסידים* die Tossifta Sanh. 13, 2 spricht von ,צדיקי אדד, erst Maimuni von חסידי אדה. Überrascht wird man von der Feststellung, daß Chanina b. Dossa in den Wundergeschichten des Talmud nie חסיד genannt wird, wo wir doch gewöhnt sind, bei הפידיס ראשונים eben an ihn, an Pinchas b, Jair, an Nechunja hen Hakana zu denken.