Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Neue Schriften zum Maasse-Buch [Rezension]
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 141 (sequence 14)
- Language
- German
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Besprechungen 141 Vorzüglich finde ich die Zusammenfassung (96—104)r Chassid sein ist kein Amt, es ist Gesinnung. Ein Chassid braucht nicht gelehrt zu sein; ein Gelehrter kann Chassid werden. Er zeichnet sich durch Feinheit des Gewissens aus, dazu durch eine Gesetzestreue, die auf keine Lebensgefahr Rücksicht nimmt. Es geschehen Wunder für ihn, doch selten tritt er als Wundertäter auf. Er ist weder Märtyrer, noch Asket. Er hat die Welt innerlich überwunden, doch er verläßt sie nicht. Er betätigt seine Frömmig« keit in der Welt mit genialer Einseitigkeit, mit naivem Optimismus. Er ist gemeinschaftsgebunden und gemeinschaftsbildend. Nicht jeder kann Pro« phet, Führer sein, doch Chassid kann und soll jeder werden. G. weist auf fernere Arbeiten hin. Unter anderem hat er vor, die Beziehungen zwischen dem Chassid und dem Propheten Blijahu (48, Anm. 2), andererseits zwischen dem Chassid und1 den Dämonen (54, Anm. 1) zu be« leuchten. Es sei ihm gewährt, sein großartiges Vorhaben auch sonst ganz auszuführen. Bernhard Heller. Oskar Grether, Name und Wort Gottes im Alten Testament, Band 64 der ״Beihefte zur Zeitschrift für die alttestamentliehe Wissenschaft44, Giessen, T öpelmann, 1934. Die Grundbedeutung von שם ist ״Kennzeichen4. Alles was durch einen Naimfen bezeichnet wird gilt als bekannt, und umgekehrt. ״ שםproprie est signum, designatio personae vel reiCi. Der Name ist aber gleichzeitig ge« wissermaßen ein zweites ״ich44, eine Hypostas,e der Person. Das assyrische lumu bedeutet Name, aber auch ״Träger des ererbten Namens, Erbe, Sohn44 (s. Bezold, Bab.«ass. Glossar, S. 276a). Verf. folgt in seinen Untersuchungen der QujeBentheorie. Der Elohist erklärt in Ex 313 das Tetragrammiafcon als Deus reveilatus, das heißt: Gott in der Auffassung einer wirkenden Kraft, die aber gleichzeitig unveränderlich ist. ״Er ist derjenige, d|er ist44 weist nicht nur auf den Deus revelatus, aber auch auf den Deus absconditus hin. Weil Gott seinem eigenem Wesen treu bleibt, wird Er auch seinen Bund! mit den Patriarchen und sein Wohlwollen denjenigen gegenüber, die sein,© Gesetze befolgen, aufrecht erhalten. Jeden« falls, meint Verf., gehört die in Ex 313 angegebene Etymologie einer späteren Zeit, und stand im Dienste eher kultischer älis wissenschaftlicher Interessen.קרא כשם ist ein kultischer Terminus!und! deutet auf ddte sich offen« bar ende!, anwesend gewordene Gottheit hin. Der Terminus bedeutet: ״Gott ausrufen, seinen Namen aussprechen(44. Man segnet, flucht, legt einen Eid ab, man kommt, man baut כשם י״י, d• h. die Anwesenheit Gottes an« rufend. Über jemanden den שם ausrufen heißt jemanden Seinem besan« deren Schutz anvertrauen. שם י״י ist oft ״י\ Imi Deut, ist der שם יי״י Mittel« punkt des Kultus, das Heiligtum ist der Aufenthalt des שפי״י — J. als solcher wohnt im Himmel; Er wirkt mit Hilfe seines Namens; Er verzeiht Israel seine Sünden: wegen der Ehre seines Namens. Gottes Name ist über Israel ausgerufen, deshalb sind■ der שם י״ י und die Existenz Israelis miteinander enge verbunden. Die Formel ״J. ist sein Naime4 bedeutet: Der שם י״י ist