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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 2 · p. Seite 138

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 2
Article
Neue Schriften zum Maasse-Buch [Rezension]
Date
1936-01-01
Page
Seite 138 (sequence 11)
Language
German
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138 Besprechungen gemeinen gesagt werden, daß die Überbetonung seiner magischen Eigen« schäften eine Rationalisierung des Häsid«Begriffes bedeutet. Während der Häsid״Typus einer mystischen Religiosität das Wunder stets nur als ein völlig spontanes Gnadengeschenk Gottes auf faßt, wird hier das Wunder mit Hilfe rational auf gestellter und erlernbarer Regeln in den Dienst des Menschen gezwungen. Außerdem bedeutet der Häsid״Typus des Maasseh« Buches eine Vergröberung und Umkehrung des Verhältnisses zwischen Gott und Mensch, denn hier wird Gott zu den Menschen herabgezogen und für ihre Zwecke, mögen diese auch noch so religiös und ethisch wert״ voll sein, mißbraucht/“ Eigentümlich wirkt es, wenn das MB. gegen Zauber wettert (G. 191, Pap. 196). Einmal wird wohl dem R. Schemuel eine Buße auferlegt, weil: er, um׳ das P’assah״Mehl heimzubringen, mittels des Gottesnamens einen Löwen, groß wie ein Kamel, herbeizaubert und als Lasttier gebraucht (G. 161, Pap. 166). Aber ein andermal reitet derselbe Reb Schemuel ganz untadelig auf einem Löwen (G. 159, Pap. 164). Und mit drei zauberkundigen christlichen Geistlichen besteht Schemuel sieg« reich eine Wette (G. 160, Pap. 165), die an die Märchen vom Wettstreit der Zauberer erinnert (Grimm KHM. 68, Bolte״Polivk׳a II, 60 ff.). Zahlreich sind die Fälle, wo der Held des MB. mittelalterlich״euro״ päisch gefärbt erscheint. Doch meistens ist der Held ein Frommer, ein Chasid. Daher kommt es, daß Gulkowitsch, wie ״der Begriff Häsid in der Gattung der Maassijoth““ zu untersuchen ist, meist derartige Stoffe wählt, die auch ins MB. Eingang gefunden haben oder doch dort Entsprechendes finden. Er untersucht fünf Typen: 1. Das Wunder als Rettung aus einer infolge besonderer Frömmigkeit entstandener Not a) MB. 42 Eliezer von Bartota verteilt seine Habe an die גבאי צדקה, behält nur einen ״Schilling“, kauft dafür Weizen, der sich in seinem Speicher wunderbar mehrt und ihn reich macht, b) der Fromme, der wegen seiner Wohltätigkeit vor seinem herzlosen Weibe flüchtend im Friedhof die Geister belauscht und durch dies Geheimnis reich wird (G. 120, Pap. 122). c) Ben Saharr der -ein Waisenkind zur Ehe ausstattet, dem dafür ein Drache zur Brücke dient und dem das Leben verlängert wird (G. 20Ö, Pap. 205). 2. Das Wunder als Belohnung für ein Gott wohlgefälliges Leben im allgemeinen. — Hieher gehören ja sehr zahlreiche Stücke des MB. 3. Das Wunder als Rettung aus inneren Nöten. R. Chanina b. Dosas Frau heizt am Freitag den leeren Ofen, um glauben zu machen, sie habe etwas für Samstag־ gebacken, ״mit eitel Waldreben““. Eine Boshafte Nachbarin, um R. Chaninas Frau zu be״ schämen, öffnet den Öfen: Er ist voll Brot. — Chanina b. Dosa hat kein Öl für die Sabbathlampe, — Essig leuchtet ihm wie Öl (MB. 35, 36). 4. Das Wunder als Verzicht Gottes auf eine Sühne: Ein Frommer merkt am Sabbath eine Lücke am Zäun in seinem Garten. Er füllt sie nicht; da wächst wunderbarerweise ein Baum, der die Lücke füllt (MB. 8). 5. Das Wunder zur Verherrlichung eines (toten) Chassids. Gulkowitsch führt fol״ g*ende Erzählung an. Jizhak, der Chasid, meidet die Nahe der Götzen« Bilder; wie er stirbt, müßte man seinen Leichnam durchs Stadttor tragen,

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