Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Neue Schriften zum Maasse-Buch [Rezension]
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 10)
- Language
- German
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Besprechungen׳ 137 Mönchslatein, Leipzig, 1909, n. 17. N. 81. S. 205 verweist Wesselski auch auf unser MB. Ein Schwank, Fabliau steckt auch in der Erzählung von Jehude dem Frommen, der aus dem Blöken eines Lämmleins eine Ehe״ bruchsgeschichte heraushört. G. 167, Pap. 172. Von den zahlreichen Beispielen fremden Geistes hier nur eins: die Geschichte vom Rabbiner, der zum Werwolf wird. Ein Rabbi flüchtet vor seinem herzlosen Weib, welches ihrem wohltätigen Manne die Hölle heiß macht. Er findet einen Wunderring. Doch das Weib bemächtigt sich des Ringes und verwandelt ihren Mann in einen Werwolf. Der König ver״ spricht seine Tochter dem Ritter, der des wütenden Werwolfes Meister wird'. Alle, die es unternehmen, werden zerrissen. Ein Ritter findet Gnade in des Werwolfs Augen, wird vom Werwolf zum König geleitet, wird selbst König. Der Rabbi״Werwolf läßt sich den Zauberring zurückholen, ver״ wandelt sich wieder zum Menschen, sein Weib in einen Esel G. 228, Pap. 223. An dieser seltsamen Erzählung ist rein nichts Jüdisches: daß der Werwolf einst Rabbi war, daß er auf seiner Flucht seine Jeschiva mit sich führt, eher schleppt, klebt ja ganz unorganisch an der Wunder״ geschickte, die sich aus folgenden Motiven zusammensetzt: 1. Wunder״ ring, um den ganz ähnliche Kämpfe geführt werden,, wie um Aladdins Wunderlampe Grimm KHM. 116 Bolte״Pölivka II, 205, 537 f. 2. Werwolf״ Motiv. Bolte״Polivka III, 8, wo auf unser MB. hingewiesen wird. 3. Der zum Menschen Zu rück verwandelte steht nackt da, Bolte״Polivka III, 7. 4. Die böse Frau wird und bleibt Eselin, Krautesel~Motiv, Bolte״Polivka III, 3 und oft. Beispiele für derart mechanische Umgestaltung ins Jüdische ließen sich mehren. Das Jüdischeste bieten die zahlreichen Stücke aus der Aggada. Wohl müssen sich auch die Helden der Aggada manche Verzerrung gefallen lassen: Lulianus und Pappos sterben, weil sie, um die Juden zu retten, die Schuld auf sich nehmen, des Königs einzige Tochter ermordet zu haben; Lulianus und Pappos werden vom König hingerichtet, doch der König von zwei Grafen getötet. G. 205, Pap. 210׳. Einen eigenartigen einheitlichen Charakter weisen die Stücke auf, welche Jehuda dem Frommen und seinem Vater Schanuuel zu Helden haben. Das mittelalterlich D'eutsche tritt hier kräftig zutage. Auch das Weltliche: Jehuda, der spätere Chossid, ist bis zu seinem 18. Jahre ein Taugenichts, der mit Armbrust und Pfeilbogen herumstreift. Zu 18 Jahren bekehrt er sich, legt Pfeil und Bogen vor den Vater, der sie zerbricht. G. 166, Pap. 171. Doch viel, tiefer noch dringt die geistige, geistliche Einwirkung. Trefflich werden diese Bestandteile von Gulkowitsch beurteilt: ״Mit ganz wenigen Ausnahmen! sind diese Erzählungen Wundergeschichten ... es handelt sich dabei entweder um ein geheimnisvolles Wissen des Häsid von allen gegen״ wärtigen und zukünftigen Ereignissen (vgl. Maasseh״Book, ed Gaster Nr. 167, 174, 175—177, 181, 183), oder aber um Taten, die der Häsid selbst mit Hilfe magischer Mittel vorbringt (vgl. Nr. 160, 161, 171, 172, 173, 174), Über den Häsid״Typus des Maasseh״Buches kann hier darum nur im all׳״