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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 2 · p. Seite 136

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 2
Article
Neue Schriften zum Maasse-Buch [Rezension]
Date
1936-01-01
Page
Seite 136 (sequence 9)
Language
German
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136 Besp rechun gen dem Chossid un von seinem Sohn R. Jehiide dem Chossid von Redensbürg. G. 157, Pap. 162. An R. Jehuda schließt sich an sein Schwiegersohn R. Chanina G. 169, Pap. 174. In diesen Kreis gehört auch die Begegnung Raschis mit Gottfried: von Bouillon G. 184, Pap. 189 und eines R. Meiers aus Deutschland mit Maimonides G. 201, P. 206; die Geistergeschichte, wie die Dämonen wetten, oh eher R. Jechiel aus Paris oder der Domprobst von Paris seinem Glauben abtrünnig gemacht werden kann G. 211, Pap. 216; die Zaubergeschichte R. Jechiels, dessen Licht ohne Öl brennt, der beim König angeklagt wird, er esse nicht und trinke nicht von des Königs Tisch; er macht die Anklage verstummen, indem er das Wasser trinkt, mit dem der König seine Hände gewaschen hatte G. 211, Pap. 216; das Märtyrertum des R. Amnon aus Mainz, Verfasser des ונתנה חקף G. 212, Pap. 217; wie der Sarg mit R. Amrams Leichnam von Köln stromaufwärts nach Mainz schwimmt G. 242, Pap. 247, ein großartiges Beispiel für die Judaisrerung einer kirchlichen Legende: der Heilige Emmer an ist zu einem R. Amram geworden. Hier kennzeichnet sich die deutsch-französische Heimat durch die Namen der Helden. Auch sonst schimmert sie durch. Der zum Werwolf umgewandelte Rabbiner haust im Böhmerwald. Gaster (Kohuth Memorial Volume 271) hat jüngst diese merkwürdige Erzählung in einer Oxf Order HS aus dem XV. Jhdt. gefunden, ebenfalls in einem jüdisch-deutschen Text. — Zu einem König kommt ein Königssohn mit seinem Stallmeister und stellen sich vor als gewaltige Herren aus Bummern, d. i. Pommern, G. 208, Pap. 213,; S. 259. Wenn das königliche Geleite ״convoi“ heißt, G. 232, Pap. 238, S. 327, so läßt sich französisches Sprachgebiet als Heimat vermuten. In diesen Stücken verrät sich auch mehrfach europäischer Volksglaube und Gedanke. V. Wert und Wesen des Maassebuchs. Das Meer des MB. nährt sich aus zahlreichen Bächen und aus drei Hauptströmen. 1. der alten Aggada, 2. den mittelalterlichen Sagen über volkstümliche Gestalten des deutsch-französischen Judentums, 3. den europäischen, vorzüglich deutschen Volksüberlieferungen in Schwank und Märchen. Alle drei Strömungen bewahren ihre ursprüngliche Farbe. Am grellsten gefärbt erscheinen die Schwänke; so der Schwank, in welchem der Königssohn Dümmling auf Reisen seine Liebesabenteuer besteht,. G. 208, Pap. 213. So auch wird das Motiv von den drei Sünden des Einsiedlers, der zwischen Trunkenheit, Unzucht und Mord zu wählen hat, — trunken wird und auch die schweren Sünden begeht, ins Jüdisch-schwankhafte gezogen: König Friedrich stellt den 11 Weisen Israels frei zu wählen: 1. Schweinefleisch zu essen, 2. Königs Wein zu trinken oder 3. Unzucht zu treiben. Die jüdischen׳ Gelehrten entscheiden sich fürs Weintrinken, jedoch trunken essen sie Unreines, begehen sie Unzucht. Allerdings hat sich die Umbiegung ins Schwankhafte schon in dem europäischen Vorbild vollzogen, wo Saladdin die Priester der Kirche ähnlich verleitet. Wesselski,

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