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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 2 · p. Seite 135

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 2
Article
Neue Schriften zum Maasse-Buch [Rezension]
Date
1936-01-01
Page
Seite 135 (sequence 8)
Language
German
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Besprechungen 135 is, so bricht es gern. S. 319 die Nacht ist niemandes Freund. Das Sprich« wort, du kommst dahinter als wie Kunz hinter das Viech kommen is, S. 300 gibt Anlaß, die deutsche Fassung des Märchens von den drei Fragen bei Grimm KHM. No. 152 vorzutragen. Hingegen irrt Meitlis (S. 138), wenn er ein eingeschobenes, also deutsches, Volkssprichwort findet in dem Satz, der nach as das Kämmlein ist der nach legt man auch ihn ein Last auf. Hier haben wir es mit einer Übersetzung des altaggadischen לפום גמלא שיחנא Gen R. XIX. 1 Ketuboth 67a Sota 13b zu tun. Dem deutschen Märchenstil gehören einige innige Beiwörter an: Mein herziger Vater S. 321. Mein herzlieber Sohn. Mein liebes frommes Weib. Mein herziger lieber Mann. Mein herzlieb Weib S. 247. Die Person, von der die Rede ist, wird sehr oft mit einem zärtlichen Beiwort geschmückt: der gute Mann, die gute Frau, der gute König. Diese Zärtlichkeit wird auch auf Gleichgültige oder Minderwertige ausgedehnt: Mein lieber Kunz, mein feiner Kunz S. 301, sogar auf durchaus Unwürdige: so wird R. Jose Haglilis Weib, das dem Rabbi das Leben verbittert, und von der er sich scheiden lassen!muß, wiederholt ״die gute Frau1 geheißen! (S. 246). So heißt auch eine böse Hexe: die gute Frau, S. 300, und der Raubmörder, dem R. Meir entgeht, ״mein guter Wirt“ S. 318. Da ist es nicht zu ver« wundern, wenn der dankbare Fisch R. Chaninas ״der gute Fisch“ (S. 145) heißt, oder die Kuh des Chassids, die den Sabbath ehrt, die gute Kuh S. 265. Fromme Wendungen gewinnen eine deutsche Färbung, z. B. Gott sei vor, S320 .׳, d. h. Gott sei davor, Gott behüte. Wir mögen, Gott zuvor, nun den Juden danken (324), d. h. wir haben zuerst Gott7 dann den Juden zu danken. — Es entspricht dem mittelalterlich europäischen Denken, daß beim Nennen der bösen Geister sich eine Abwehrformel einstellt, z. B. Schedim, Gott behüte uns, S. 266. Schedimr Gott steh bei uns, S. 185. Häufiger aber das urwüchsig deutsche: Sched, Gott sei bei uns, S. 98, 201, 203, 223, vollständiger (101) Gott sei bei uns und neben uns. IV. Inhalt3. Meitlis unterscheidet im MB. folgende Gruppen: 1. orientalische und abendländische Dinge. 2. Personen des Altertums und des Mittelalters. 3. Rhein« und D'onausagen. 4. Von Treue und Untreue der Frau. 5. Tier« geschichten. 6. Bürgerliche Novellen. 7. Von der Frömmigkeit und Heiligkeit jüdischer Helden der Vergangenheit. Diese Einteilung scheint keineswegs glücklich. Die einzelnen. Kreise greifen ineinander, schneiden, sich. Viel zutreffender unterscheidet Meitlis S. 105׳f. drei Schichten: 1. Die talmudisch«midraschische etwa Nr. 1—157. 2. Die mittelalterlich Regens« burger oder Rhein«Donau«Sagen, 27 Geschichten aus dem Kreis von Samuel und Juda dem Frommen. 3. Die allgemeine Novelle. Etwa von Nr. 183 bis zum Schluß.; 1 ' Der zweite Teil hebt sich klar ab durch die zielsetzende Einleitung: Allhie will ich nun anheben zu schreiben die Geschichte von Rabbi Schmuei 3 Beiträge zur Quellen« und Stoffgeschichte der MB. sollen an anderer Stelle gegeben werden.

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