Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Judenbefehlshaber, Obervorgänger und Landrabbiner in Münsterland
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 6)
- Language
- German
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Judenbefehlshaber, Obervorgänger u. Landrabbiner in Münsterland Ul sehen Lebensführung fast 91 Jahre alt. Nach seinem Tode wird seinem Nachfolger im Kölner Landrabbinate, Samuel Aschkena;si26, das Münstersehe. Landrabbinat mitübertragen, obwohl Samuel Essingen zweifellos noch amtiert27. Bei :Abhaltung des Münsterschen Landtages in Bocholt wird er am 27. Tammus 1766 vom Tode ereilt. Aschkenasis Sohn und Nachfolger, Elkan Samuel, war der letzte Kölner Landrabbiner, der zugleich den Titel eines Münsterschen Landrabbiners führte28. Münster erhielt einen eigenen Landrabbiner in der Person des Michel Breslau (1710—1789). Seine Wahl scheint mit Vorgängen in der Kölner Landgemeinde in einem gewissen Zusammenhang zu stehen29. 1764 hatte Kurfürst Maximilian Friedrich (1762 bis 1784) von den Kölner Juden Vorstehern binnen 3 Tagen ein ausführliches Verzeichnis der im Erzstift wohnenden Juden, ihrer Kinderzahl sowie der Mitgifthöhe ihrer nach auswärts ver~ heirateten Töchter eingefordert. Durch die Antwort unbefriedigt, verfaßte er selbst einen 20 Punkte umfassenden Entwurf zu einem Judenedikt. Nach demselben sollten die an die Juden zu stellenden finanziellen Anforderungen so überspannt werden, daß sie einfach nicht mehr zahlen konnten, alle unvergleiteten J. gnadenlos ausgewiesen werden. Ja sogar die Schildwache vor den Toren der Judengasse sollte zurückgezogen werden, 26 Samuelben Juda oder Samuel Löb (bei Rixen Samuel Lob) fungierte früher in Peine bei Hildesheim. Bei Bahknamm: J. im ehemlaligen! Amt Sassenberg* (in Warendorf er Bl. 1803) lautet der Name Samuellljob. Er ist identisch mit Aschkenasi Samuel!Sanfel ben Jehuda, der dat. Bonn 15.1jar 520 1760 die מרמי שדה des Naftali Hirsch Goslar, Amsterdam 1762 approbiert. 27 In den Geleiten von 1749 und 1763. 28 Asichkenasi El'chanan ben! Samuel war 1713 geh., 1732 Rabbiner in FordonJ,1752 von Danzig und wurde 1766 ״für Köln1 und1 Umgegend! paten״ tiert und ausgenommen. (Vgl. M. Cab. Reg. C. XXIV A. 2.) Er war der Sohn seines Vorgängers in! Köln,; was aus den; Akten hervorgeht. ״Dessen abgelebter Vatter Saiiniuel Löb gewesener Chur Cöllnischer Rabbiner“. Er starb 1780. Aus einem unter die Wahlverhandlungen v. 1789 geratenen Schreiben der Kölner Landjudenschaft; geht hervor, daß er nach 1766 zwischen Köln u. Danzig schwankte und 1769 Köln endgültig verließ. (M. Cab. Reg. C. XXIV.) Am 9. JuLi 1769 wird verfügt, daß er anzüf ragen sei, ״ob er sich zu seiner; Amtsverrichtung einfihdten wölle oder .nicht". Sein Nachfolger Uri Fehes wird nur Rabbiner des Kölner Bezirks, über ihn Löwenstein: J. in der Kurpfalz 201, Anim. 3. 2® Vgl. Hoffmann: Die J. im Erzstift Köln 27 ff. u. weiter S. 112.