Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Eine vermißte Schrift Farabis
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Eine vermißte Schrift Faräbis 103 meinen scheint, auf eine Korruption der Handschriften zurück״ zuführen, sondern es entspricht dem Plan Faräbis: während er seine Darstellung der Philosophie Platons mit den Worten charakterisiert: ״Wir beginnen mit dem ersten Teil der Philo״ Sophie des Platon und lassen darauf die Stufen seiner Philosophie, eine nach der anderen, folgen, bis wir sie sämtlich erschöpft haben werden“, sagt er hinsichtlich seiner Darstellung der Philosophie des Aristoteles nur: ״Wir beginnen, seine Philosophie von ihrem ersten Teile an darzustellen.“ Eine vollständige Darstellung der Philosophie des Aristoteles war also von Faräbi gar nicht beabsichtigt10. Und daher ist der 3. Teil von R. Ch. III eine (im großen und ganzen) vollständige Übersetzung des dritten Teils von Faräbis Buch über die Tendenzen des Platon und des Aristoteles. Für diesen Schluß spricht selbst die einzige Abweichung Falqeras von dem durch Ibn aI״Qifti bezeugten Aufbau des Faräbischen Werkes: Falqera zählt nicht die einzelnen logischen Schriften des Aristoteles auf. Aber daß sie in seiner Vorlage aufgezählt waren, daß also diese Vorlage vollständig den Angaben Ibn al״Qiftis über Faräbis in Rede stehendes Buch entspricht, wird durch die Tatsache be״ wiesen, daß Falqera seiner Gewohnheit getreu die Weglassung dieser Aufzählung ausdrücklich rechtfertigt:10** ובבר זכרתי בחלק השני ארסטד ובזכחהיאותה בכאן בקצרה (sc. הספרים השמונה שחבר בה (בחכמת ההגיון (80, 11—12). In Ibn Ruschds großem Metaphysik״Kommentar wird eine Schrift Faräbis ״Die zwei Philosophien“ zitiert, die mit der von Falqera übersetzten Schrift identisch ist. Die von Ibn Ruschd 10 Vgl. auch, das ähnliche Abbrecherv der Darstellung nach dem Hin״ weis von der Physik auf die Metaphysik in Tahsil 12—14. — Es sei wenigstens beiläufig darauf hingewiesen, daß u. a. der Schluß der Aristoteles״ Darstellung in! R,. Ch. III 3 und der entsprechende Abschnitt im Tahsil (bzw. in R, Ch. HI 1 j S. 64—65) zum- Teil' wörtlich übereinstimmen. i0a Dh. in R. Ch. 39, 25—41, 10. Falqera hat also den betr. Abschnitt des Buches über die Tendenzen von Platon und Aristoteles in seine Bear״ beitung von Faräbis Encyclopädie aufgenommen. Daß R. Ch. 39, 25—41,10 dem Buch über die Tendenzen entlehnt ist, zeigt sich auch darin, daß dieser Passus in demselben narrativen Stil abgefaßt ist, der das Buch über die Tendenzen charakterisiert: beachte das hier wie dort immer wiederkehrende ואחר כך עיין (bzw. חקר o. ä.)