Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Genesisprobleme
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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90 Martin Buber Begebenheit in Verbindung brachte: JHWH als der, der Abra״ ham im stellvertretenden Opfer ״unterwies“, darf nur eben als Möglichkeit vermerkt werden.) Diese wenigen Beispiele aus der Abrahamsgeschichte müssen hier genügen, um zugleich die große Förderung der Exegese durch die neuen Arbeiten und den gegenwärtigen Pro״ blemstand erkennen zu lassen. Für die erstere möchte ich aber doch noch aus jedem der Bücher einen besonders charakteristi״ sehen und wertvollen Abschnitt anführen. Bei Volz gebe ich der Analyse des 27. Kapitels den Vor״ zug11. In genauer Prüfung und Verwerfung der quellenkritischen Beanstandungen zeigt sie, ״daß durch die Quellenscheidung das Kunstwerk Gen 27, das zu den größten Kunstwerken der gesarn״ ten uns bekannten Erzählungsliteratur gehört, kläglich zu schan״ den gerichtet wird, und daß seine wirksamsten Stellen jämmer״ lieh verstümmelt werden“. Ich habe bereits Cassutos Methode erwähnt, Abschnitte der Vätergeschichte, in denen Orts״ und Völkemamen eine bedeu״ tende Stellung einnehmen, von der Volksgeschichte aus zu ver״ stehen, auf die sie mit einer eigentümlichen Tendenz, als Vor״ Verwirklichungen gleichsam, hinweisen; es liegt hier etwas wie eine Modernisierung des aggadischen ״ סימניםBegriffs vor. Außer an den Wanderungen der Patriarchen hat Cassuto diese Methode mit besonderm Erfolg am 14. Kapitel erprobt. Man liest seine Ausführungen (S. 365 ff.) am besten nach Jacobs scharfsinniger Kommentierung des Kapitels und zu deren Ergänzung12. Innerhalb von Jacobs Werk, aus dem in allen seinen Teilen 11 Das ויברכהו in v. 23 braucht freilich nicht als Glosse angesehen zu werden, doch auch Eerdxnans’ und) Jacobs Erklärung als Begrüßung wirkt nicht befriedigend, schon weil ein echter Erzähler das zentrale Verb seiner Geschichte nicht mittendurch einmal in andrer unprägnanter Bedeutung verwendet. Man wird es am besten mit Cassuto S. 320 ff. als ״Spannung« mildernde“ Vorwegnahmie verstehen, auf die erst der eigentliche Bericht folgt. Es ist dies ein Beispiel für einen epischen Parallelismus, der mehr« fach in der Bibel einen Vorgang entweder wie hier erst andeutend und dann ausführlich, oder aber umgekehrt erst ins Einzelne gehend und dann nochmals kurz zusammenfassend erzählen läßt. 12 Zu dem, was Cassuto hier und 70 f. über die Malkizedek״Episode sagt, verweise ich auf deren Behandlung in meiner Arbeit über den Leit«