Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Genesisprobleme
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 8)
- Language
- German
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88 Martin Buber scheidungssinn des Vorgangs hinfällig? Und wenn er es nicht weiß, wenn er nur an irgendeinen ״Untergebenen“ denkt, kann er im Sinn haben, daß Isaak ihm, לו, dem Untergebene!:.,! als Opfer zugedacht sei? Jacob betont zu v> 2, daß ״ein Elohirn für sich kein Opfer fordern kann“ * soll Abraham darüber anderer Ansicht gewesen sein, und zwar hinsichtlich seines Kindes? Aber noch bedenklicher wird die Deutung, wenn man sich den Zusammenhang der ganzen Abrahamserzählung vergegenwärtigt. Dieser letzte der sieben Offenbarungsberichte entspricht genau dem ersten: nicht bloß durch das לך לך, das — wie Jacob selbst hervorhebt — sich nur an diesen beiden Steh len findet, sondern auch durch die Art der Zielangabe für diesen Gang: er soll vor sich hin oder ״für sich heraus“ (Jacob) gehen, das Wohin wird ihm zur rechten Zeit gezeigt •(12!, 222); und ferner auch durch das geboterfüllende, wortlose 223 ,124) וילך). Anfang und Ende eines Wegs der Erprobung und Bewährung, von der Lösung der natürlichen Vergangenheitsbindung bis zur Lösung der natürlichen Zukunftsbindung, der Bindung an den verheißenen, geschenkten, nun wieder abgeforderten Alterssohn, an den die Verheißung die Zukunft des erwählten ״Samens“ gebunden hat! Soll es die Meinung des Erzählers sein, daß am Anfang dieses Wegs Gott, an seinem Ende — mit der gleichen Rede! — ein ,*Hinderer“ handle? In dem mittleren Offenbarungsbericht steht das zentrale Wort von Abrahams ״Vertrauen“; es gilt vorwärts und rückwärts für die ganze ^trecke; und der am Anfang' der Stimme des Unbekannten — der ihm erst in Kanaan sich ״zu sehen geben“ wird — folgte, folgt am Ende der Stimme des Vertrautgewordenen: dem er vertraut. Er hört; er weiß, wen er hört. Und den er hört, der läßt am Ende dieses Wegs nicht, wie in dem späten Hiobsgleichnis, einen Untergebnen sich an der ausgesetzten gehörchenden Seele versuchen; nicht die Zweifelsucht eines Dieners darf sich solcher Erschütterungen unterfangen, der Herr selber will aus seinem irdischen Knecht nun auch das Letzte an Bereitschaft hervorholen und zu leibhafter Wirklichkeit werden lassen, und so ״versucht“ er ihn: ״offenbar machen, was in einem Menschen ist“ (Jacob), das in der Tat bedeutet es, wenn Gott einen versucht. Und wenn er, nachdem die Kreatur sich