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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 2 · p. Seite 87

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 2
Article
Genesisprobleme
Date
1936-01-01
Page
Seite 87 (sequence 7)
Language
German
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Genesisp r obleme 87 der שטן im Hiobsprolog; derselbe ist v. 38 und 9, derselbe aber auch mit dem בולאך ה׳ in v. 11 und 15 gemeint. Dieser kühnen und geistvollen Interpretation stehen aber so gewichtige Schwie« rigkeiten entgegen, daß sie abgelehnt werden muß. Zunächst ein sprachliches Moment. ״Er heißt", schreibt Jacob, ״ha«Elo« him, d. i. der für dieses Amt vorhandene und bestimmte, wie I K 2221 הרוח". Aber wie sich für eine solche Bedeutung von האלהיים kein direkter Beleg anführen läßt, so ist auch die allge« mein mißverstandene Könige-Stelle anders zu erklären: in der Himmelsschar der Botenkräfte, die den Thron umgeben, steht auch הרוח, der Wind; er ist nicht für das Amt, in die falschen Künder zu fahren und durch sie betörend zu wirken, bestimmt, aber er bietet sich dazu an; warum gerade er? weil eben Michas Erzählung sagen soll, daß es nur Wind, nicht Geist ist, was aus dem Mund der Hofpropheten redet; Zidkijahu meint freilich, er habe den Geist, aber was er hat, ist der Wind. (Die Stelle gehört zu denen, die imDienst der Botschaf t mit dem Doppel« sinn eines Wortes ״spielen" oder vielmehr Emst machen.) Ein schwerwiegendes Bedenken erhebt sich aus dem Gebrauch des Wortes אלהים in dem Kapitel selbst. Zwischen den zwei ersten und dem dritten האלהים steht v. 8 ein!אלהים, das der Erzähler Abraham sprechen läßt. Jacob findet das Wort ״mehrdeutig": ״Was für einen Elohim meint Abraham?" Darauf gibt es nur eine Antwort: er kann keinen anderen meinen als der Erzähler, wenn der knapp davor und danach dasselbe Wort mit dem Ar« tikel gebraucht, denn dieser Erzähler ist einer und kein Ver« nebler: wenn er dazwischen eine Person in direkter Rede die« selbe Gottesbezeichnung, wenn auch artikellos (wie es in der Rede zwischen Vater und Sohn natürlich ist: ״Gott" unser Gott), verwenden läßt, kann dies nur mit demselben Sinn ge« schehen, denn sonst wird der Leser verwirrt und abgelenkt. Ist es aber denkbar, daß Abraham hier einen, wenn auch noch so botenhaften, ״Satan" meint, der ״s i c h" das Lamm ersehen werde? Wenn er weiß, daß es ein Versucher, daß das Ansinnen nur eine Versuchung ist, wird damit nicht der ganze harte Ent« 8 Wo Jacob aber, offenbar versehentlich, nicht ״der Elohim“ wie v. 1 und 9, sondern ״Er, Gott“ übersetzt.

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