Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Genesisprobleme
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 6)
- Language
- German
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86 Martin Buber mit Recht sagt Volz, man könne sich eine zurückhaltendere, herbere Erzählungsweise als die von Kap. 22 nicht denken. Ich muh aber darüber noch hinausgehen. An den Stellen, die Gunkel für gemütbestimmt hält, verkennt er das Motiv des Erzähr lers: v. 5 werden die Sklaven nicht aus dessen ,,Zartgefühl“ zurückgelassen, um nicht Zeugen des Schrecklichen zu sein, sondern weil es ihnen nicht zukommt, dem äußersten Geheimnis — von Abraham aus: dem des Vollzugs, vom Erzähler aus: dem der Erlösung — beizu wohnen; v. 6 sind die Lasten so nicht deshalb verteilt, ״daß sich Isaak nicht schneide oder verbrenne“ (f), sondem nach der Verteilung von Aktivität und Passivität in der bevorstehenden Handlung, — das Holz ist das Passive; v. 6—8 hat der Erzähler nicht ״Tränen im Auge“ über das ״ahnungslose“ ״kluge Kind“, sondern auf seine strenge große Art bringt er durch den Refrain, also durch das besondere Mittel der Bibel, das zu sagen, was nicht auf andere Weise gesagt werden soll, zum Ausdruck, daß nach Abrahams zwar orakelhafter, aber nicht undurchsichtiger Antwort Isaak nunmehr w e i ß und also zwei Wissende jetzt nny einig, weitergehen. Auch darin hat Volz recht, daß das Reden des Engels vom Himmel nicht das Geringste für E beweist; nur daß in dem Unterschied zwischen 181 einerseits, 2117 und 22n andererseits noch etwas anderes als ״künstlerische Freiheit und Vielfältigkeit“ waltet: der Bote steigt herab, wenn es gilt, mit dem Menschen ein rechtes Gespräch in Frage und Antwort zu führen. Weit schwieriger, ja eins der schwersten exegetischen Probleme überhaupt ist der Wechsel der Gottesnamen in diesem Kapitel. Volz zeigt, daß Gunkels Hypothese der namenändemden Überarbeitung von v. 11 und 14 unhaltbar ist; er vermutet, der Verfasser habe eine alte Vorlage vor sich gehabt, die von einem El-Numen handelte und in der das Menschenopfer durch das Tieropfer abgelöst wurde. Aber es wäre nicht einzusehen, warum er aus Respekt vor einer solchen Vorlage die Vereinheitlichung des Gottesnamens unterlassen hätte. Hier setzt nun Jacobs die bekannte aggadische Darstellung ausbaitende Deutung ein: האלז־ץם von v. 1 ist nicht Gott, sondern ein ״übereifriger' untergebener Versucher wie