Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Genesisprobleme
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2830015-2830018-2839950--53877-2840000- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
G e n e sisp r obleime 85 ihr Bedrückten an: sie soll sich nur vorerst noch unter deren Hände ״drücken“, sie kann getrost sein, er, Gott, der ihren ״Druck“ gehört hat7, kümmert sich um sie und um die Frucht ihres Leibes. Und die zweite Geschichte zeigt, wie er es tut: nachdem der Knabe herangewachsen ist; hier erst kann die Ver״ heißung des wilden, mächtigen ״Wildesel“״Sohns in Erfüllung zu gehen beginnen, — er wird ein großer Bogenschütz (das קשת von v. 16 gehört zur Gattung der pa-ronomastischen Unterstrei״ chungen); aber jenes Motiv ״ägyptische Magd“ klingt noch im letzten Wort der zweiten Geschichte, מצרים, nach. Doch nicht genug daran: erst wenn man zu der zweiten die erste Ge״ schichte hihzunimmt, bekommt man eine merkwürdige Parallele zu Käp. 22, die nicht absichtslos sein kann. Dort der hingewor״ fene Ismael, hier der gefesselte Isaak; dort die Mutter: ״Ich kann nimmer zusehn, wie das Kind stirbt“, Bier der Vater, der ״seinen Sohn hinmetzen“ soll; dort und hier ruft der Göttesbote zur Ret״ tung ״vom Himmel herzu“ und schließt mit der Verheißung; so weit geht der Parallelismus von 2114_21 und 22,. nun aber muß 16 herangezogen werden: dort der Ortsname״Brunn des Leben״ den Michsehenden“, hier der Ortsname ״JHWH sieht“. Die beiden ״Varianten“ der Hagargeschichte, 16 und 218_21, mögen verschiedenen Traditionen entstammen: der ״Redaktor“, der sie so zu Stadien eines von Gott beschützten Fremdlebens und zu einem Gegeribild der Äkeda zusammengeschlossen hat, ist ein großer Autor, wenns je einen gab. Das 22. Kapitel —־ über dessen wechselnde quellenkritische Behandlung Volz״Rudolph nachzulesen ist —־ weist Gunkel der ״Hauptmasse“ nach B zu. Volz zeigt in genauer Analyse, daß die dafür vorgebrachten Gründe nicht zulangen. Mit Recht führt er die Begründung mit der angeblichen empfindsamen Stimmung der Erzählung auf einen circulus vitiosus zurück: man schließe aus eben solchen Stücken, daßE der Empfindsame sei, und dann schreibe man ihm, weil er es ist, solche Stücke zu; 7 Auf den leitwörtlichen Zusammenhang zwischen dem ועבר von 1513 und der. dreifachen Wiederkehr des Wortstammes in 16. haben Cassuta und ich unabhängig voneinander hingewiesen; ]meine Ausführungen! stehen in dexh Vortrag ^LeitwortstiJ in der Pentat׳euch״Er Zahlung“ (voni Anfang 1927), auf genommen in ״Die' Schrift und ihre Verdeutschung“.