Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Genesisprobleme
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Genesisprobleme 83 In Kap. 15 (das Cassuto leider nicht analysiert) begründet Gunkel die Quellenscheidung damit, daß es v. 5 Nacht ist, v. 12 und 17 aber erst die Sonne untergeht Volz sieht dem gegenüber hach dem Vorgang Wellhausens v. 1—6 und v. 7 ff. als zwei selbständige Erzählungen an. Er verkennt aber dabei den einheitlichen ,,prophetischen" Stil des Kapitels, zu dem die ״Betäubung'V תרדמה, ebenso gehört wie die ״Schau", מחזה, und die Feüererscheinung am Schluß ebenso wie das היד-דבר דד אל אבדם £1rt Anfang, und der in diesem mittleren der sieben Berichte der Offenbarungen an Abraham — und einzig in ihm — dadurch begründet ist, daß nur hier Gott einen bestimmten Abschnitt der künftigen Volksgeschichte ansagt. Jacob hingegen nimmt an, daß der g a nz e Vorgang ״ein inneres Erlebnis war und das Schauen nicht mit leiblichen Augen geschah"; auch das Zerstücken der Tiere sei ״nur Vision"; aus der Schau falle dann Abraham — zur Zeit des Sonnenuntergangs —־ in den Tiefschlaf. Aber soll es wirklich die Meinung des Textes sein, daß der schauervolle Bundesschluß zwischen Gott und dem zum Vater eines Gottesvolkes Erwählten nur im ״innem Erlebnis" geschehe? Die Begebenheit ist vielmehr dreifach gegliedert. Erst die ״Schau", deren Schauplatz zunächst unbestimmt, wohl der vertraute des vorangegangenen Wachzustandes ist, dann aber bricht die Dynamik der Vision durch: hinausgedrängt (das ויוצא von v. 5 knüpft paronomastisch an das יצא von v. 4 an) wird Abraham aufs freie Feld, es ist Nacht, er schaut den Sternenhimmel: ״So wird dein Same sein" (zum Bild des Staubes 1316 bedarf es der Schau nicht, wohl aber zu diesem, das über die gegenwärtige Wirklichkeit nicht bloß quantitativ hinausführen soll; der Zusammenhang der beiden Stellen ist ein urmidraschischer). Von dem aus der Schau erwachenden, nicht von dem noch ihr unterworfenen Menschen heißt es, daß er JHWH vertraute: in der Vision kann man nicht existentiell Vertrauen fassen, das kann nur der seiner ganzen organischen Bewußtheit mächtige Mensch. — Dann, in voller Wachheit, der objektive Vorgang des Bundesschlusses. Und nun empfängt, in eine regungslose Betäubung — nicht in bewußtlosen Tiefschlaf (wozu 221 die תרדמה erst durch das anschließende ויישן wird6) — versenkt, Abraham die Ansage von Unheil und Heil 6*