Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Aus ostjüdischer Geschichte
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 462 (sequence 7)
- Language
- German
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462 Louis Lewin der Vi-erländersynod'e. Er benutzte außer der gedruckten Literatur das Jaroslawer Stadtarchiv und! den Pinax der Chebra Kad’ischa. Nach Balaban warenbereits 1464 Juden! in J. R. Meir Lublin gibt 1608 Kunde von ihnen. 1571 erließ die Grundherrschaft ein Dekret, das nicht mehr als ein bi!s zwei Häuser duldete. Trotz seiner Erneuerung 1630 und 1676, letztere durch Johanni Sobieski, vermehrte sich die Anzahl der Juden. 1625 gab es noch keinen Friedhof. Man beerdigte in Przemysl, zu dem man ressortierte. Seit dem Abzüge der Kosaken 1649 und der glücklichen Rückkehr feiert man bis‘ heute am 9. Siwan einen ״Jaroslawer Joimitow“. Der zahlreiche Zuzug erregte Zwist mit den Bürgern. Die Grundherrschaft schritt 1664 und 1707 ein, ge« stattete nur den Aufenthalt für -einige Wochen nach den! M-essen — ohne Er״ folg,. Ende des 17. Jahrhunderts gab es bereits eine Judenstraße. Um 1700 wurde der Friedhof gegründet. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gab es eine Synagoge und' seit etwa 1704 ein Rabbihat, das dem Przemysler unterstand. Die berühmten internationalen Messen, warenam Aschermitt״ woch, dem Himmelfahrts״ und Andreastage. Die Vierländersynode tagte oft an ihnen. S. 47 sind' die Daten 1460—1542 für R. Mordechai Jafe unrichtig. Das älteste Gemeindebuch hat Verf. nicht benutzt. Vielleicht ist es nicht m!ehr vorhanden. Aber aus einem noch -erhaltenen Regest vom 4. Tamus 16955 6 ist -ersichtlich, daß der damalige Rabbiner R. Jesaja aus Krakau war, und aus -einer hebräischen Urkunde von Ijar 16995, daß damals ebenderselbe amtierte, daß bereits vorher eine Gemeindesynagoge existierte, und daß zur Zeit heftige Angriffe der Bürgerschaft auf den Bestand der Gemeinde ab״ geschlagen werden konnten. In der hebräischen Zeitschrift אוצר החיים hat Rabbiner Hirsch Horowitz״׳Dresden einen Aufsatz עיר ירפלב ורבניה veröffentlicht. Im Breslauer Stadtarchiv6 liegen urkundliche Niederschläge von Verhand״ Lungen der Juden zivilrechtlicher Art, Hauskauf, Schulden u. ä. Alperin, Aron, Z y d z i w Lodz i.. Pocz^tki gminy zydowskiej 1780—1822. [Juden in, Lodz,. Anfänge der jüdischen Gemeinde 1780—1822. Publikation des Archivs alter Akten der Stadt Lodz], 34 S. Lodz 19287. Eine Gemeinde, die 1921 156155 Seelen umfaßte, (Lestschinski, Schriften für Wirtsch. u. Statist., Berlin 1928, 1 22) verdient es, daß man ihren Ursprüngen nachgeht. Ein! Bericht (S. 8) erwähnt di׳e erste Spur -aus dem Jahre 1718, aber er,st , 1780 wird der erste Jude genannt. 1809 werden 98 Seelen (24 Fa״ mi'lien) gezählt, 1821: 262. 1809 gibt . es eine Synagoge mit Schindeldach und ein Krankenhaus, aber keine öffentliche Schule. 1811 finden! die ersten Beerdigungen in L. statt, vorher mußte in Lutömirsk und Stryköw bestattet werden. In diesem Jahre wurde auch die Chebra Kadischa gegründet, die ״sehr sozial“ arbeitete. Rabbiner Jehuda Ar je ben Salomo wirkte bis 1818. 1821 waren 51% der Einwohner Juden. Noch 1821/22, bevor Lodz zum Industriezentrum sich zu entwickeln begann, bildeten die Juden den ganzen Handelsstand. Unter den jüdischen Erwerbstätigen machten die Kauf Leute 5 Handschrift Nr. 259 in meinem Bes. 6 Pappkasten: Juden, lose Blätter. 7 Ging dem Rezensenten erst 1930 zu.