Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Das messianische Gastmahl der Gerechten in einer hebräischen Bibel aus dem XIII. Jahrhundert
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 420 (sequence 14)
- Language
- German
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420 Zofja Ameisenowa in dem Machsor in Darmstadt (ms. or. •13), geschrieben in Hammelburg 1348 vor, wo Hamans Söhne mit Hundeköpfen ausgemalt sind, endlich in der Bibel aus Regensburg24• heute in Krakau, ist der Engel, welcher bei der Opferung Isaaks erscheint, mit Adlerkopf dargestellt. Ich erwähne hier nur solche tierköpfige Menschengestalten, welche handelnd in illustrativen Kompositionen auf treten, von allen Grotesken und dekorativ angebrachten Drolerien nehme ich Abstand. - m, .“י Das messianische Bankett in der Mailänder Bibel ist die einzige, bisher bekannte; jüdische Fassung dieses Themas. Aber es ist weder die früheste noch die einzige Darstellung aus dem eschatälogisch-messianischen Bilderkreis. Schon auf den Wandmalereien der Synagoge; in Dura-Europos von 244/45 ist die großartige Vision desbEzechiel 27 > von der Auferstehung der Toten dargestellt25. Lietzmann deutet — wenn auch mit einiger Reserve — verschiedene Darstellungen und; Symbole, vor allem paradiesische Landschaften, Sonne, Mond und Sterne in den jüdisch-römischen Arcosoliengräbem eschatolpgisch und messianisch26. In dem frühen Mittelalter verliert sich auf Jahrhunderte die Spur der bildlichen Tradition. : Der bilderfeindlichen Tendenz des Rabbinismus sind die jüdischen Kunstdenkmäler massenhaft zum Opfer gefallen, was die absichtlich beschädig“ ten Überreste figürlicher Malereien und Mosaiken in den syrisehen und palästinensischen Synagogen der Spätantike und des beginnenden Mittelalters, aus der Zeit der byzantinischen Herr- Schaft veranschaulichen. Erst die seit den Kreuzzügen (und besonders seit den auf das Lateranische Konzil 1215 folgenden Judenverfolgurigen) rege aufflackernde messianische Erwartung 24 Amedsenowa, siehe oben Anmerkung 2, Tafel) 1. 25 Vgl. die Abbildung in Illustrated London News 1933, vol. 183, Nr. 4919, July 29, p. 188, fig. 1 und 12. 28 Beyer, H,, u. Lietzmann, H.: Die jüdische Katakombe der Villa Torlönia in Rom. 1930 passim; Greßmann, Hugo: Jewish life in ancient Rome. Jew. Studies in memöry J; Abrahams. N. York 1927, 170-^191־. Messianische Symbole in typisch jüdischer Fassung kommen auf dem Mosaikbodeni der Synagoge von Nara (Hämmari-Lif), aus dem IV. oder V. Jahrhundert vor; Abb. bei R. Wischnitzer-Bernstein op. c. S. 60, Abb. 36.