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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 6 · p. Seite 414

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 6
Article
Das messianische Gastmahl der Gerechten in einer hebräischen Bibel aus dem XIII. Jahrhundert
Date
1935-01-01
Page
Seite 414 (sequence 6)
Language
German
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414 Zofja Ameisenowa welchen einer als Eiche charakterisiert ist, steht ein langer, weiß־* gedeckter Tisch. Über den Bäumen schweben weiße Tauben, Sinnbilder des ewigen Friedens. Vom, unter den reichgefalteten Zipfeln des Tischtuchs, stehen auf der Erde goldene Gefäße. Auf dem Tische bemerkt man goldenes Besteck und Pokale. Fünf Personen sitzen beim Schmause, alle haben Tierköpfe. Von links nach rechts gehend sehen wir: eine Frau mit Eselsköpf, welche die Rechte mit einem Trinkgefäß erhebt, und vier Männer. Der erste hält Messer und Brot, er hat einen Hundeköpf; der zweite, mit einem Adlerkopf, trinkt; der dritte, löwenköpfige,"scheint sich mit dem vierten, der einen Ochsenkopf hat, zu unterhalten. Alle Schmausenden sind reich gekleidet, in königliche Mäntel gehüllt und tragen auf ihren Tierköpfen gol״ dene Kronen. Es spielen ihnen zum Mahle zwei Musikanten auf, die links und rechts unter den Bäumen stehen, Der eine, die Flöte blasende, hatte ehemals einen Menschenkopf (heute vernichtet), der andere, ein Violinist, hat einen Katzenkopf. Die zwei beschriebenen Miniaturen, welche inhaltlich im engsten Zusammenhänge stehen, reizten schon die Neugierde aller interessierten Besucher, der im Herbst 1933 veranstalteten Ausstellung kostbarster illuminierter Handschriften der Ambrosiana. Die Berichterstatter versuchten auf verschiedene Weise den verwickelten Inhalt zu deuten. Paolo d'Ancona glaubte, daß es ״un documento unico piutosto, che raro nellä storia della miniatura“ sei, und bezeichnete die Malerien einmal als ״scena allegorica“, dann wieder als ״scena, che richiama alle concezioni ־. astrologiche“11. Auch der Verfasser des ausgezeichneten und reich ausgestatteten Kataloges der hebräischen Handschriften in der Ambrosiana^ Carlo Bemheimer, vermöchte den Inhalt dieser Darstellungen nicht zu entziffern12: ״Artifici quum haec pinxisset, quid propositum fuerit exprimere, vel qua, ratione pictura satis bene explicari possit, a me nulla conjectura colligendum fateor. Nullum ad Vet, Test, locum bona cum causa mihi 11 Wittgens, Fernanda: Hlumiiiated Mss. at Ambrosiana. Burlington Magaz. vol. 63, 1933, p. 56—;64. Plate I. D (Abbildung verkehrt!). DfAncona Paolo: La mostra della miniatura nella Biblioteca Ambrosiana, Bolletino d arte. Anno׳ XXVH, 1933, _S. 66, Fig. 14. : 12 Bernheimer, Carlo a. O.

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