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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 6 · p. Seite 411

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 6
Article
Das messianische Gastmahl der Gerechten in einer hebräischen Bibel aus dem XIII. Jahrhundert
Date
1935-01-01
Page
Seite 411 (sequence 3)
Language
German
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Das messianische Gastmahl d. Gerechten in einer hehr. Bibel 411 der kanonischen Schriften4, sondern — was für eine so frühe Zeit bemerkenswert ist — auch aus der uns aus dem Talmud bekannten Tradition geschöpft wurde. Die Wandmalereien in Dura, über ein Jahrhundert4 vor der offiziellen Anerkennung des Christentums entstanden, dürfen heute als der älteste bekannte, datierte Bilderkreis des Alten Testaments gelten. Ja, aller Wahrscheinlichkeit nach sind sie schon Kopien hach älteren, verlorenen Vorlagen, die vielleicht bis ins erste christliche Jahrhundert zurückreichen5. Auf diese Weise verliert der Zweifel an der Existenz einer jüdischen, bild״ liehen Überlieferung des biblischen Zyklus seine Grundlage, und der, die communis opinio doctorum darstellende, von einem meiner Rezensenten wie folgt formulierte Satz: ״ob eine breitere (jüdische) Bibelillustration existierte, an welche angeblich die älteste altchristiiche Kunst anknüpfte, das bleibt allen anderen Feststellungen gegenüber höchst problematisch", geht offen״ sichtlich seiner Gültigkeit verlustig6. Die Entdeckung der Synagoge zu Dura muß eine vollstän״ dige Revision nicht nur der über die Entstehung und Entwick״ lung־ der Bibelillustration herrschenden Meinungen mit sich führen, aber sie wird auch vieles in der Formgeschichte der altchristlichen, byzantinischen und frühislamischen Kunst auf״ 4 An den Wänden der Synagoge zu DuradBuropos wurden folgende Szenen freigelegt: Opferung Isaaks, Jakob, David, Jeremias (Einzelgestal״ ten), die Findung Mosis. Drei Szenen aus dem Leben Mosis, Moses in der Wüste, der Tempel in Bet Schemesch, der heilige Schrein vor Dagons Tempel, Aaron in der Stiftshütte,־ Saul salbt David zum König, Salomos Thron, Elias erweckt das tote Kind zum Leben, Elias und die Witwe von Sarepta, Elias und die Baalspriester, Elias vor Gottes Altar, die Prozession mit dem heiligen Schrein (teilweise erhalten), Jakobs Traum (beschädigt), der heilige Schrein bei den! Philistern, Samuel und Anna, die Vision Eze״ chiels auf dem Kiiochenfelde, Ezechiels Tod, die Geschichte Hiobs, die Geschichte Esthers. Außerdem fanden sich unterhalb der biblischen Szenen Masken und verschiedene Tiere, an der Decke Tiere, Rosetten, Ornamente, auch interessante Inschriften. 5 Diese Feststellung verdanke ich der gütigen Mitteilung des Mitent״ deckers von Dura, Prof. Dr. M. Rostovzeff״Yale, welcher mir auch als erster das Bildmaterial zugänglich machte. Siehe auch: Rostovzeff Michael: Die Synagoge von Dura. Römische Quartalschrift. Bd. 42 S. 203—219. 6 W. Mole in: Przegl§d Historji Sztuki. R. II. 1932, S. 135—136.

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