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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 6 · p. Seite 410

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 6
Article
Das messianische Gastmahl der Gerechten in einer hebräischen Bibel aus dem XIII. Jahrhundert
Date
1935-01-01
Page
Seite 410 (sequence 2)
Language
German
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410 Zofja Ameisenowa tausende lang, festhielten und der sich bis an die Gegenwart in den Erzeugnissen der Volkskunst erhalten hat. In der Ein״ leitung zu meiner Arbeit über die hebräische illuminierte Bibel, eine Regensburger Handschrift aus dem XIV. Jhdt., heüte im Archiv der jüdischen Gemeinde zu Krakau2, sprach ich die Vermutung aus, daß die Juden, welche die Bücher des Alten Testarnentes geschaffen haben, auch an dem großen Werke der Bibelillustration teilgenommen haben mochten, daß dies wahrscheinlich in den ersten christlichen Jahrhunderten geschehen ist und zwar unter dem allbeherrschenden Einflüsse der bilderreichen hellenistischen, synkretistischen Kultur, welche in alle Bezirke des jüdischen Geisteslebens in den großen ägyptischen und syrischen Gemeinden durchsickerte. An derselben Stelle sprach ich die auf das Vorhandensein kleiner Überreste von Malereien, Mosaiken und Goldgläsem mit figürlichem Schmuck aus den 1.—6־. Jahrhunderten n. Chr. begründete Hoffnung aus, daß die nächsten in Syrien und Palästina planmäßig durchgeführten Ausgrabungen weitere Beweise für die Richtigkeit der These von der Existenz und zugleich der Priorität des jüdisehen Bibelillustrations-Zyklus bringen werden. Zu dieser meiner Behauptung, die an frühere, gelegentliche Beobachtungen O. Wulffs und H. Comells3 anknüpfte, gelangte ich auf induktivem Wege, in dem ich, bis ins erste christliche Jahrhundert nach rückwärts gehend, das Auftauchen eines der beliebtesten Motive der jüdischen Ikonographie untersuchte: den Erzpriester Aaron im Inneren der Stiftshütte mit dem siebenarmigen Leuchter, umgeben von Ethrog, Lulab und verschiedenen anderen liturgischen Gegenständen, daneben auch Abrahams Opfer, wo ich Anlehnungen an talmudische Erzählungen feststellte. Die Entdeckung der Wandmalereien in der Synagoge zu Dura bestätigte meine Annahmen, ja, sie übertraf sogar meine kühnsten Erwartungen. Man fand dort nicht nur die obengenannten Bildmotive, aber einen äußerst entwickelten Zyklus der biblischen Szenen, welche nicht nur aus dem Inhalte 2 Ameisenowa, Zofja: Biblja hebrajska XIV. w. w Krakowie i jej dekoraeja ntalarska. Krakow 1929. Verlag ״Drukarnia Narodowa“, N.Telz. 3 Corneil, H.: Biblia Pauper am. Stockholm 1925, S. 121;

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