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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 5 · p. Seite 402

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 5
Article
Arbeiten zur Geschichte der Juden in Deutschland [Rezension]
Date
1935-01-01
Page
Seite 402 (sequence 5)
Language
German
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402 Adolf Kober werden eingehend erörtert und als Ergebnis wird festgestellt, daß in den 60er Jahren des 13. Jahrhunderts die heutige Altneusynagoge in Prag er« baut worden׳ ist, welche damals zum Unterschied von einer im 12. oder im Anfang des 13. Jahrhunderts — später die Altschul genannte Synagoge — die neue genannt worden ist. In den letzten Jahren des 16, Jahrhunderts ist eine andere neue Synagoge entstanden, von der die bisherige neue durch die Bezeichnung alte Neuschul (Altneuschul) unterschieden: wurde.; Auch der fünfte Jahrgang des Jahrhucheis der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der tschechoslowakischen Republik weist zahlreiche Abhandlungen zur äußeren; und inneren Geschichte der Juden! in Böhmen und Mähren auf. Besonders interessant erscheinen mir die Ausführungen von Vaclav Zäcek über die jüdischen Gerbereien in Mähren zu Beginn des 18. Jahrhunderts, in denen der typische Zusammenhang zwischen der Gerberei und der Spiritus« und Branntweinbrennerei hervortritt und beide als die wenigen Handwerke nachgewiesen werden, die den Juden in Mähren zu« gänglich waren. Die statistischen Tabellen: sind besonders wertvoll. Ich erwähne ferner die Abhandlung Simon Adlers über das Judenpatent von 1797 und die ״Drei Beiträge zur Entwicklung der Judenemanzipation in Böhmen" von Frantisek Roubfk; auch hier sind die statistischen Angaben über die Judenemanzipation in Böhmen a. d. J. 1834 und 1837 von besonderer Bedeutung. Der inneren und Geistesgeschichte gehören die Abhandlungen: Das Prager und böhmische Landesrabbinat Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts (Tobias Jakobovitz), ferner: Aus den Statuten der mähri« sehen Beerdigungsbrüderschaften (Heinrich Flesch), und: Die Privilegien für Gerson Impressor und seine Söhne (J. Rokycana). Die Abhandlung von EmanueT Schwartz ״Zur Geschichte der Juden in Prag unter König Wenzel IV." behandelt Lipmann von Mülhausen, der 1413 oder früher in Prag gewesen zu sein scheint, und sein Werk ״Nizzachon“. Ob die Zwangs« taufe der Juden und der Tod von 80 Juden, weil sie die göttlichen: Namen heiligten, sich in Prag zugetragen haben,, bleibt •auch nach diesen Aus« führungen unentschieden. Diese Jahrbücher bleiben vorbildlich und nach« ahmenswert. Überblicken wir die Fülle und die Art der Veröffentlichungen zur Geschichte der Juden •in Deutschland, so muß sich uns folgende Erkenntnis auf drängen:. Soll in Zukunft bei den knappen Geldmitteln jüdischer Organisationen und Gemeinden Ersprießliches auf dem Gebiete der Geschichte der Juden in Deutschland geleistet werden, dann ist eine Rationalisierung und kluge Verwendung der bescheidenen Mittel notwendig. Dazu bedarf es einer historisch e־n K o m miss io nl f ü r di e;G esc hio h t e der Juden in; Deutschland, die die wissenschaftliche Arbeit auf diesem Gebiete organisiert, dirigiert und rationalisiert. Darauf habe ich in der Festschrift der Großloge zu Ehren des 60. Geburtstages Professor Dr. Ismar Eibogens bereits hingewiesen. Herr Dr. Straus bemerkt zu der Besprechung o. S. 264, daß er den ״Stern des Messias" von Peter Schwartz gekannt hat, aber die Beziehung dieser Predigten auf Regensburg nicht anerkennt. Ferner teilt er mit, daß

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