Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Arbeiten zur Geschichte der Juden in Deutschland [Rezension]
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 401 (sequence 4)
- Language
- German
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Arbeiten zur Geschichte der Juden! in Deutschland 401 Soziologie der Juden im Saargebiet (im 19. Jahrhundert) von Hugo Stein״׳ thal. Die Ausführungen:,, die die Statistik, das Wachstum, die räumliche Verteilung der jüdischen Bevölkerung; besonders in den letzten 50 Jahren, den Kampf um die Emanzipation, die Namensgebungen! behandeln, ver״ dienten es als Ganzes zu erscheinen. Vorbildlich sowohl׳ in Bezug auf die Behandlung der äußeren wie der inneren und Geistesgeschichte, aber auch soweit es die Ausstattung angeht, sind! die Jahrbücher der Gesellschaft für Geschichte der Juden! in der Tschechoslowakischen Republik. An der Spitze dieser Veröffentlichungen steht ein Mann von der Bedeutung eines Samuel Steinherz in Prag. Der IV. und V. Jahrgang 1932/1933 seien hier kurz besprochen. Der Jahrgang IV enthält außer Abhandlungen über di׳e Altneusynagoge in Prag (Z. Münzer), über die Judengemeinde von \Jngarisch״Brod und ihren Streit mit dem Grundherrn Grafen Leo Wilhelm von Kaunitz (B. Bretholz), über die Juden in Neuhaus (M. Rachmuth), über die Erlebnisse des Oberrabbiners Simon Spira״W׳edeles in Prag (TI. Jakobovits), über die Ptrfager Judenkonskription vom Jahre 1729 (J. Prokes), über die Judengemeinde zu Raudnitz a. d. Elbe im Jahre 1726 (V. Pesak), Briefe von 1744—1748 über die Austreibung der Juden aus Prag (S. H. Lieben), Aus dem Archiv der Stadt Linz (V, Kurrein), Zur Geschichte der Juden in Pardubitz (J. Rokycana), Die Judengemeinde zu Eisgrub in Mähren (J. Herrisch), einen programmatischen Aufsatz ״Ziele und Wege einer Wirtschaftsgeschichte der Juden in der tschechoslowa״ kischen Republik'1 von Bernhard Heilig. Heilig gibt uns einen Überblick über die jüdische Historiographie1, betont die Wirtschaftsgeschichte als ,gleich״ berechtigtes und selbständiges Gebiet, kommt dann auf den: Stand der Forschung auf dem Gebiete der Wirtschaftsgeschichte der Juden in Mähren. zu sprechen und gibt Richtlinien für die Bearbeitung der Wirtschafts״ geschichte der Juden in der Tschechoslowakei. Er weist sodann auf den im Vergleich zu Deutschland oder andern Ländern anders gearteten äußeren Verlauf der Geschichte der Juden in Mähren hin und unterscheidet dabei mehrere Perioden. In der ersten Periode wohnen die Juden! in den landes״ fürstlichen Städten als Regalienpächter, Händler und Geldleiher, in der zweiten bis zum 30jährigen Kriege währenden Periode sind die Juden über ganz Mähren verteilt, in der dritten! Periode während und nach dem 30jährigen Kriege wird der jüdische Handel geschwächt und zeitweise ganz wirkungslos gemacht. Heilig ist es vor allem um den Plan -einer jüdischen Wirtschaftsgeschichte für die Länder der1 tschechoslowakischen Republik zu tun. Allgemeineres Interesse unter den genannten Aufsätzen verdient die Abhandlung von Z. Münzer über die Altneusynagoge von Prag, -die!mit guten Bildern und Abrissen versehen ist. Die Probleme der Altneusynagoge 1 Auf einen Irrtum S. 9/10 sei hingewiesen. Die Zeitschrift für Geschichte der Juden in Deutschland hat mit der Akademie f. d. Wissenschaft des Judentums nichts zu tun; ebensowenig die weiteren aufgeführten Werke aus dem Grundriß der Gesellsch. z. Förderung der Wissenschaft des Judentums.