Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Arbeiten zur Geschichte der Juden in Deutschland [Rezension]
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 400 (sequence 3)
- Language
- German
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400 Adolf Kober (Wien 1931). Rosemnvann, der bereits die Biographie I. N. Mannheimers 1922 veröffentlicht hat, stellt den Lebensweg und das Schaffen Adolf JelÜniks hin״ ein in die politischen, und geistigen Bewegungen des 19. Jahrhdts., die er auf das Sorgfältigste verfolgt. Jellinek stammt aus der berühmten, jüd. Gemeinde Prosnitz in Mähren׳, wird 1845 Prediger und Religionslehrer in Leipzig, 1857 neben! Mannheimer Prediger in Wien, (nach Mannheimers Tode ist Güdemann sein Kollege) und stirbt 1893. Jellinek ist nicht hur der große Rhetor, sondern auch der Apologet, der Journalist, der in der Zeit״ schrift ״Neuzeit" auf das Publikum durch seine Artikel Einfluß geübt hat, der wissenschaftliche Schriftsteller (zumal Kabbalaforscher) und Bearbeiter des hagadischen, Schrifttums, der in 6 Bänden eine Sammlung älterer haga״ disdher Schriften unter dem Titel•״ ־Beth Hamidrasch4'!herausgab; so kann Rosenmarm ihn als den geistigen Atlas bezeichnen; der eine Zeitlang die Sorge der jüdischen, Welt auf seinen! Schultern trug. Die Reden Jellineks gewinnen־ erst Farbe, wenn! man die politischen und inneren Ver״ hältnisse kennt; aus denen! sie, entstanden sind. Darin liegt ihre Zeitgebunden« heit. Aber gerade darum bleibt Jellinek ׳einer der klassischen Prediger des 19. Jahrhunderts und einer der bedeutsamsten Kanzelredner aller Zeiten. Ein: Bild Jellineks ist dem Buche beigegeben. D!as Werk Rosenmanns kann seiner Biographie I. N. Mannheimers würdig zur Seite gestellt werden. Für die Lesbarkeit des Buches wäre zu empfehlen gewesen, dasjenige, was in kleinem Druck erscheint, in den Anhang zu verweisen!. Abgesehen von den historisch ״ jüdischen Fachblättern ist manches historisch Wertvolle zur Geschichte der Juden iti Deutschland in Zeit״ Schriften, jüdischen Kalendern und Blättern verstreut. In dem Jahrbuch der historischen Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Band 6, (Magdeburg 1930) findet sich ein Aufsatz von Guido Kisch (Seite 306—336) ״Entwicklung und Verfassung der jüdischen! Gemeinde zu Halle4', mit einem Anhang. In, diesem Aufsatz setzt Kisch seine interessanten Studien zur Geschichte der Juden in Halle für die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts fort (s. ebenda 1928, S. 132—166) und gibt uns ein Musterbeispiel für die Entstehung und Organisierung einer neuzeitlichen jüdischen! Gemeinde durch den Einfluß der Staatsgewalt. In dem C. V.״Kalender 1931, herausgegeben von der Vereinigung badischer Israeliten, Landesverband Baden des CentraI״Vereins, findet sich ein Aufsatz von Bezirksrabbiner Dr. Grzymisch׳״Bruchsal ״Der israelitische Verbandsfriedhof bei Obergrombach“. Dieser romantische Waldfriedhof von eigenartiger Schönheit, wie ihn so manche jüdische Gemeinde in Deutschland besitzt, ist im 30jährigen Krieg i. J. 1632 entstanden, umfaßt ein Gebiet von 137 Ar; das letzte Stück Land ist 1866 erworben worden!. Noch heute stehen! auf ihm fast 2300 Denkmäler. Vor 80 Jahren haben die Dahingeschiedeneni aus zwanzig Gemeinden dort ihre letzte Ruhestatt ge« funden. Eine der bekanntesten Persönlichkeiten, die auf dem Friedhof ruhen, ist der Landesvorsteher Jakob Süssel (1711—1752). Das Nachrichtenblatt der Syn'agogengemeinden! des Saargebiets 1934 (beginnend den 16. Februar 1934) enthält Beiträge zu einer Geschichte und