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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 5 · p. Seite 399

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 5
Article
Arbeiten zur Geschichte der Juden in Deutschland [Rezension]
Date
1935-01-01
Page
Seite 399 (sequence 2)
Language
German
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Arbeiten zur Geschichte der Juden in Deutschland 399 hat ebenso wie sein jüngerer Sohn und Nachfolger in München!, Josef von Hirsch (gest. 1885), nicht nur um. die eigene Rechtsstellung־ gegen das Judenedikt von 1813 gekämpft, sondern auch die Emanzipation der Juden in Bayern energisch vorwärts getrieben.״ Josef von Hirsch ist übrigens 1869 in den erblichen Freiherrnstand erhoben worden;. Sein Zweitältester Sohn Baron Moritz Hirsch (1831—1896) hat durch die Gründung‘ der Jca der Familie Weltberühmtheit und Weltgeltung verschafft. So stellt das Werk von Prys, das überdies zahlreiche Abbildungen und eine Stammtafel auf« weist, eine wesentliche und wertvolle Ergänzung zu ״Eckstein, Emanzipation der Juden in Bayern“, dar. Eine Einzelpersönlichkeit, hineingestellt in das Geschehen! der Zeit, Sigismund Stern, der Reformator und der Pädagoge, erfährt eine ein״ gehende Würdigung in dem Werke Arthur G a 11 i n e r s (Frankfurt a., M. 1930). Das Werk ist als Band XU der Frankfurter Lebensbilder, heraus״ gegeben von der historischen Kommission, der Stadt Frankfurt ,am Main, erschienen; denn Sigismund Stern, der von 1855 bis 1867 Direktor des Philanthropins war, ist für das Frankfurter Schulileben und' darüber hinaus für die geistige Kultur Frankfurts um• die Mitte des 19. Jahrhunderts von besonderer Bedeutung gewesen. Über diese Tätigkeit Sterns als Pädagogen hinaus, die einen wesentlichen Teil der Arbeit einnimmt, den praktischen Schulmann, den pädagogischem Schriftsteller usw. schildert, ist die Arbeit zu einer Biographie ausgebaut worden, in der der Literat, der Sprach״■ forscher, der religiöse Reformator, der Politiker und Geschichtsschreiber eine eingehende Würdigung erfährt. Sigismund Stern steht ganz in der liberal-politischen Bewegung seiner Zeit. Die Einheit aller deutschen Stämme ist sein Ideal. Er ist ein begeisterter Deutscher, der Typus des Schulmanns, der tief und gründlich, reich und vielseitig gebildet, all sein; Wissen, all sein Können unter;einem großen, beherrschenden Gesichtspunkt zu bringen versteht. Er wurzelt in den Idealen der großen Klassikerzeit, durchdenkt alle Fragen und Probleme der Pädagogik seiner Zeit, ordnet sie seiner Weltanschauung ein und setzt sie in die Wirklichkeit um. Seine Weltanschauung ist optimistisch. Sprache und Literatur, Politik und Geschichte, Religion und Sittlichkeit, Unterricht und Erziehung, Kunst und Wissenschaft, Deutschtum •und Judentum, Staat, Kirche und Menschheit verschmelzen in ihm zu *einer harmonischen Einheit. Während seines Aufenthaltes in Berlin wird er Mitbegründer und der eigentliche Leiter der Genossenschaft für Reform im! Judentum, der geistige Führer derselben und hat in den ersten Jahren dieser Genossenschaft für Reform! des Judentums, etwa zwischen 1845 und 1855, eine erstaunliche Tätigkeit entfaltet. Durch die Arbeit Galliners erfährt die Geschichte der Reformgemeinde in Berlin, wenigstens für diese zehn ersten Jahre ihres Bestehens, eingehende und unvoreingenommene Würdigung. Darüber hinaus zeigt die Darstellung Galliners künstlerischen Charakter, so daß sie als Muster für Schilderung geschichtlicher Persönlichkeiten im Rahmen der Zeitgeschichte dienen kann. Ebenso bedeutsam für die Kulturgeschichte des Judentums in Deutschland ist M. R a s e n m a nn, Dr. Adolf Jellinek, sein Leben und Schaffen

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