Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die wirtschaftliche Stellung der Juden in Bagdad im 10. Jahrhundert
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 371 (sequence 11)
- Language
- German
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Die wirtschaftliche Stellung‘ der Juden in. Bagdad im 10. Jahrhdt. 371 Anm. 3) ist der Geldwechsel (Münzarbitrage), sie erscheint als die eigentliche Aufgabe, die Hauptverrichtung des gahbad, die ihn zu einem unentbehrlichen Organ der staatlichen Finanzver״ waltung macht (S. 343). In enger Beziehung hiemit steht die Funktion des Steuerpächters —־ die hauptsächlich von v. Kremer beleuchtet wird — denn sie war ohne Münzarbitrage nicht zu erfüllen. Daher werden J. b. Pinhas und A. b. 'Amram auch als gahbad von Ahwäz bezeichnet (S. 589), denn sie waren Steuerpächter dieser Provinz. Die Steuerpacht schließlich ver״ anlaßte und ermöglichte durch Vorschußleistungen die eigent״ liehen Finanzgeschäfte, die Darlehensgewährung an den Staat. Mit der Übersetzung gahbad Bankier befindet sich Fischei (ebenso Mez und Massignon: s. u.) im Gegensatz zu anderen C)rientalisten. Folgende Übersetzungen finden sich (Fischei, S. 341): verificateur et changeur, Säckel wart, Regierungskassier (v. Kremer), ״ein guter Geldkenner, ein geschickter Wechsler“, treasury receiver, collector. Fischei stützt sich für seine Auffassung auf die Definition, die Max Weber im Grundriß der Sozialökonomik III, S. 92, vom Begriffe ״Bank“ gibt. Es kann zugegeben werden, daß der Tat״ bestand, den uns die Firma J. & A. bietet, von den gebrauch״ liehen Definitionen von Bank, Bankier, banker gedeckt wird, wenn auch recht notdürftig und nicht ohne mancherlei Biegun״ gen und Streckungen. Zum Begriff Bank — dasselbe gilt von banker, banquier — gehört, daß sie nicht nur Kredit gibt, son״ dem auch Kredit nimmt. Ferner: Der Zahlungsverkehr gehört sicherlich zu den Aufgaben der Banken. Aber jenseits dieser Feststellungen beginnen gleich die Schwierigkeiten und Mei״ nungsVerschiedenheiten, die mit der nationalen Besonderheit der Banken selbst, der Autoren, die über sie schreiben, und der sprachlichen Ausdrucksweise Zusammenhängen. Die deutschen Banken sind nicht nur Kredit״, sondern auch Effektenbanken, während der Engländer die Effektengeschäfte und Börsen״ geschäfte nicht als ״bankmäßig“ betrachtet. Auch die Pfand״ briefinstitute (Hypothekenbanken) sind eine spezifisch kontinen״ tale Einrichtung. Aber die Hauptfrage ist, ob es möglich ist, einen Bankbegriff zu finden, der die Wirtschafts lehre und die Wirtschafts geschichte gleichmäßig zu berücksichtigen und