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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 5 · p. Seite 370

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 5
Article
Die wirtschaftliche Stellung der Juden in Bagdad im 10. Jahrhundert
Date
1935-01-01
Page
Seite 370 (sequence 10)
Language
German
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370 A. Cohen Beziehung; dies kam auch der Erwerbstätigkeit der Juden zustatten. Ein anderer, nicht minder wichtiger Grund war der, daß die arabischen Reiche, wenn auch politisch zersplittert und unter sich beständig in Streitigkeiten verstrickt, doch, weltwirt״ schafdich betrachtet, eine Einheit bildeten: der Verkehr war un״ gleich größer und entwickelter als in den Ländern nördlich der Alpen. Die Quellen sind voll von Zeugnissen der geradezu weltwirtschaftlich anmutenden Freizügigkeit innerhalb des Ka״ lifenreiches: weite zu Handelszwecken unternommene, oft über Jahre sich erstreckende Reisen zu Land und zur See waren, wie bei den arabischen, so auch bei den jüdischen Kaufleuten an der Tagesordnung. Dazu kommt die Einheitlichkeit des Rechtes, deren sich die Juden zu erfreuen hatten. Die Autorität der babylonischen Geonim erstreckte sich bekanntlich auf die Juden der ganzen islamischen Welt und darüber hinaus, auch in Fragen des ״Wirtschaftsrechtes“. Da verbietet ein Bet-Din aus Anlaß eines südfranzösischen Falls den Juden den ״Kundenfang“; da wendet sich ein Gaon entrüstet gegen solche, die schlechte Münze herleihen und gute zurückverlangen, um den Wucherzins zu verschleiern (Mann, Jew. Quart. Rev., X, 1919/20, S. 329> 331). Diese und viele andere von Mann erwähnte Responsen zeigen einen nicht leicht zu übertreffenden Grad von Wirtschaftsethos an entscheidender Stelle. ׳v.:!:•' in.;■;״.־ ׳ , Fische! bezeichnet J. ben Pinhas und A. ben 'Amram als bankers (banquier), als Hofbankiers, als ״bankers in einem ganz modernen Sinne“ (S. 569), die Firma als Bankhaus. Dies dürfte auch der Grund sein, warum, er seiner Abhandlung den Titel gibt: ״The origin of banking in Mediaeval Islam“. In den Quellen werden ben Pinhas und ben 'Amram als g-ahbad (5ךובד) bezeichnet, speziell als algahbadän aljahüdijän (אלגהבדאן אלידוודיאן) auch als g-ahäbidat al-hadrat (אלחצדה mhxnti (Hof״gahbad), Fischei übersetzt gahbad mit banker. Er begründet dies mit den tatsächlichen Funktionen des gahbad, wie sie sich aus den neuen Quellen ergeben. Die Funktionen haben wir oben S. 365 bis 368 an der Hand der Fis,chelschen Schilderung dargestellt. Der! historische Ausgangspunkt (S. 346

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