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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 5 · p. Seite 350

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 5
Article
Zur Auseinandersetzung mit der "dialektischen Theologie"
Date
1935-01-01
Page
Seite 350 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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350 . Alexander Altmann schaf tlichen Hilfsbegriff geprägt, erhält der Begriff der ״Urgeschichte“ bei Barth einen spezifisch theologischen Sinn. In der Geschichte als solcher ist die Offenbarung nicht auffindbar. Wie sollte auch die Geschichte von sich aus Gott offenbaren können? Sie ist der Ort des Widerspruchs. Sie ist daher theologisch wertlos. Aber besagt die Paradoxie der Offenbarung nicht, daß dennoch in der Geschichte Gott dem Menschen begegnet? Offenbarung Gottes in der Geschichte — und wo anders sollte Gott dem Menschen begegnen —, das wird in einer christlichen Dogmatik wie der Barths konkretisiert in der Fleischwerdung des Wortes, in der menschlichen Gestalt Jes. Chr. Wir wollen hier die spezifisch christlichen Probleme, die sich in diesem Zusammenhang ergeben, beiseite lassen. Der Begriff der Urgeschichte, um den es uns geht, besagt formal das Mehr-als-Geschichtlichsein der Offenbarung. Die Offenbarung geschieht in der Geschichte, vermittels einer geschiehtliehen Gestalt, sie wird also geschichtlich. ״Daß er mit uns redet, damit ist ihre Geschichtlichkeit gesetzt. Damit, daß es Gott in Person ist, der mit uns redet, ist gesetzt ihre besondere, ihre qualifizierte Geschichtlichkeit, ihre ,Mehr-als-Geschichtlichkeif. Darin erschöpft sie sich nicht, daß sie Geschichte ist, im Gegenteil: darin an sich ist sie überhaupt nicht Offenbarung. Darin, daß Gott mit uns redet in ihr — mit uns redet und also geschichtlich wird, aber Gott in Person, — darin ist sie Offenbarung ... In diesem Sinn bezeichnen wir sie als urgeschichtliches Ereignis'". (Dogm. S. 233.) Barth hat hier den Standort gewonnen, von dem aus er den Historismus, ja, jede ״objektive“ Geschichtsschreibung als unzulänglich abzuweisen in der Lage ist11. Die Offenbarung ist, so besagt seine Meinung, in der Tat in der Geschichte unauffindbar. Sie weist sich in nichts als göttlich qualifiziert aus. Sie schreit sich nicht aus. Sie geht in menschlichem Gewand einher. Ihre literarischen Quellen unterscheiden sich äußerlich in nichts von bloß mythischen Dokumenten. ״Das geschichtliche Ereignis als solches ist und bleibt zweideutig. Es kann als solches auch eine Banalität oder ein 11 Zu Barths Rechtem mit dem Historismus vgl. außer § 15 noch u. a. S. 108, 183 ff.r 204, 273, § 20.

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