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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 4 · p. Seite 331

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 4
Article
Folkloristische Beiträge
Date
1935-01-01
Page
Seite 331 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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FoMaristische Beiträge 331 Knecht vor seinem Herrn, Maimonides, der wohl die im Orient übliche Ehrenbezeugung kannte, erklärte in seinem Gesetzbuche ״Mischne Tora'V das Übereinanderlegen der Hände folgender״׳ maßen: Während der Tefilla legt der Betende die Hände zu״׳ sammengebunden auf das Herz, die rechte über der linken, und steht so vor seinem Herrn. Diese Sitte wurde im Schulchan Aruch zum Gesetz erhoben35. Eine Grußsitte ist auch die Zeremonie am Schluß der .Tefilla. Josua b. Levi lehrte, man solle nach der Tefilla drei Schritte rückwärts tun und wie zum Gruße sich neigen. Im Namen des Schemata wurde hinzugefügt, man solle sich zuerst nach rechts und dann nach links verneigen36. Auf Grund dieser beiden Aussprüche entstand im Judentum folgende Zeremonie: An das Gebet des Mar b. Rabina ״Elojah nezor", in das die Tefilla ausklingt, wird der Satz angeschlossen: ״Der Frieden in seinen Höhen schafft, schaffe Frieden über uns und ganz Israel"; bei den Worten ״der Frieden in seinen Höhen schafft", wendet der Betende sein Antlitz nach links" und bei den Worten ״schaffe Frieden über uns und ganz Israel" nach rechts, worauf er sich nach vorne verneigt, ״wie ein Knecht, der sich von seinem Herrn verabschiedet"37. Die gleiche Zeremonie findet sich auch im Islam. Am Schluß der §ä lat muß der Mpslim knieend nacheinander das Glaubenszeugnis oder Bekenntnis, den Segenswunsch für den Propheten und die sogenannte Taslimah aussprechen. Die Tas״ iimah besteht darin, daß man den Kopf zuerst nach rechts und dann nach links wendet und den Salämsegen über die anwesenden Gläubigen spricht: Heil (Saläm) über euch und Gottes Gnade38. ' 35 Sabb. 10 a; Maim, H. Tefilla 5, 4; SchAOOi 95, 3. 36 Joma 53 b: ״המתפלל צריך שיפסיע שלש פסיעות לאחוריו וא״חב יתן שלום Brück, Pharisäische Volkssitten, Frankfurt a. M. 1840, 91 übersetzt falsch: ״und dann gebe man Schalomr d. h. nun kann der Gruß erwidert werden, was während des Betens nicht gestattet war". 37 SchAOCh 123f 1; vgl. Pachad! Jizschak s. v. שלש פסיעות לאחוריו; Baer, Äbodat Jisrael 105. 38 Juynboll 79; vgl. Mittwoch, Zur Entstehungsgeschichte des isla״׳ mischen Gebets 18 Note 3. . 22*

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