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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 4 · p. Seite 326

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 4
Article
Folkloristische Beiträge
Date
1935-01-01
Page
Seite 326 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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326 J. Bergmann nach ihrem Ableben bestattet und von Klagefrauen zu Grabe geleitet. Zum Zeichen der Trauer wurden im talmudischen Zeitalter bei den Juden die Betten umgestürzt und die Bett״ decken umgewendet. Salomo b. ha״Jathom hat diese Sitte als römisch bezeichnet; aber sie findet: sich nicht nur bei den Rö״ menv sondern auch bei den Arabern. Bei ihnen wurden nach dem Ableben des Hausherrn Teppiche, Matten, Kissen und Diwandecken zum Zeichen der Trauer von unten nach oben ge״ kehrt16. Nach dem islamischen Gesetz sollen am Sterbetage eines Gläubigen die Nachbarn und Freunde des Verstorbenen die Speisen für; die Hinterbliebenen beschaffen, damit sie sich ganz den Begräbniszeremonien widmen können. Es ist dies ein Gesetz, das sich auch im Judentum findet1^. Außer den Trauerriten gibt es noch andere Sitten, die den Juden und Arabern gemeinsam sind, wie die. siebentägige Fest״ woche nach der Geburt eines Kindes, die siebentägige Hoch״ zeitsfeier und die Trauerwoche nach dem Ableben eines Ver״ wandten1?. Als der Islam entstand, übernahm er vieles vom Judentum. Bald jedoch stellte Mohammed den Islam in Gegensatz zum Judentum. Als die Muslimen in Medina über ein Mittel be״ rieten, mit dessen Hilfe die Zeit des Gebetes angezeigt werden sollte, schlugen einige die Glocke vor wie bei den Christen, andere die Posaune wie bei den Juden. Mohammed jedoch er״ teilte den Befehl, die Juden nicht nachzuahmen und die Gläu״ bigen durch mündlichen Ausruf zum Gebete aufzufordern. Nach einer Überlieferung hat Mohammed den Gläubigen befohlen: Seid nicht wie die Juden,, die sich hin und her bewegen, wenn sie die Tora öffentlich vorlesen. Mohammed wird auch der Ausspruch zugeschrieben: Gott verfluche die Juden, die die Gräber ihrer Propheten als Betstätten benutzen. Diesem Aus״ Spruche folgend, haben die Wahabiten die Wallfahrt zu den Gräbern der Heiligen abgelehnt18. 15 Mk 27 a, vgl. Salomo b. ha Jathom zu Mk 22a ecL Chajes 110; Lane HI 165. 18 Laue III 46; Juynboll, Handbuch des islamischen Gesetzes 168, 171; Meg. 20 b. 17 MOWJ 1930, 161 f. 18 Goldziher in MGWJ 1871, 20, 307 £., 181 f., 309.

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