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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 4 · p. Seite 324

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 4
Article
Folkloristische Beiträge
Date
1935-01-01
Page
Seite 324 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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324 J. Bergmann So wanderte ein Volksbrauch, gleich einer Volkssage, von Land zu Land und ging in das Leben der Völker ein. II. Ein mohammedanischer Trauerbrauch. In dem von David Sassoon herausgegebenen Diwan des Samuel ha-Nagid trägt ein Klagelied des Dichters über den Tod des Bruders die Überschrift: ״Er besuchte sein Grab am Tage nach der Bestattung und sprach"'9. Auf Grund dieser Überschrift stellt der Herausgeber in der Einleitung fest, es sei bei den Juden in Spanien üblich gewesen, das Grab der Verstorbenen am Tage nach dessen Bestattung zu besuchen10. Diese Feststellung ist nicht ganz genau, denn die Juden in Spanien pflegten, wie Nachmanides berichtet, nicht nur am Tage nach der Bestattung eines Toten, sondern täglich während der ganzen Trauerwoche auf den Friedhof zu gehen und dort um den Toten zu klagen. Wenn die Trauernden zum Stadtplatze zurückgekehrt waren, wurde ihnen dort Trost zugesprochen11. Über die verschiedenartigen Trauerbräuche der spanischen Juden berichtet Isaak b. Scheschet. So pflegten die Trauernden in Katalonien während der Trauerwoche in ihrem Hause zu beten und nur am Sabbat das Gotteshaus zu besuchen; in Valencia blieben sie auch am Sabbat dem Gotteshause fern; in Saragossa dagegen gingen die Trauernden während der ganzen Trauerwoche täglich in die Synagoge und wurden morgens und abends von der ganzen Gemeinde in das Trauerhaus zurückgeführt. Unterwegs stimmte eine Klagefrau die Totenklage an, die sie mit dem Tamburin begleitete, während die anderen Frauen, in die Hände klatschend, in die Totenklage einstimmten. Isaak b. Scheschet erwähnt auch den Brauch der spanischen Juden, das Grab des Verstorbenen in der Trauerwoche zu besuchen. Auf eine Anfrage, ob dieser Brauch aufrechterhalten werden dürfe, antwortete Isaak b. Scheschet, diesen Brauch hätten die Juden von den Mohammedanern übernommen, trotz- 9 Diwan of Shemuel Hanna ghid by David Sassoon, Oxford 1934, 31: ובקר קברו ביום שבי לשובו לעפרו ואמר לפי הקינות נהגו » לבקר את קברו ביום שגי לשובו לעפרו :10 Einl. XIV .50 a תורת האדם 11

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