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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 4 · p. Seite 320

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 4
Article
Arabische Quellen zur Geschichte der babylonischen Judenheit im 13. Jahrhundert
Date
1935-01-01
Page
Seite 320 (sequence 19)
Language
German
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320 Walter Fischei drei Religionen“96, in denen er die Prophetie behandelt und Dinge äußert, vor deren Erwähnung uns Allah be« schützen möge. Das Volk geriet in Aufruhr und Er« regung und versammelte sich, um in sein Haus einzu« dringen und ihn zu töten. Da ritt der Emir Tamskai, der Präfekt von Iraq, Madjd ad Din b. al Athir und eine Gruppe von Beamten in die Mustansirija, riefen den obersten Richter und die Lehrer zu sich, um diese An« gelegenheit zu untersuchen. Sie suchten Ibn Kam« muna, er hielt sich aber verborgen. Als der oberste Richter an diesem Tage — es war ein Freitag — zum Gebet ritt, geschah es, daß die Masse ihn daran hinderte, und der Richter kehrte zur Mustansirija zu« rück. Ibn al Athir ging heraus, um die Masse zu be« ruhigen, doch diese ließ ihn schimpfliche Worte hören und beschuldigte ihn, daß er Partei ergreife für Ibn Kammuna und ihn verteidige. Der Gouverneur befahl darauf in einer öffentlichen Bekanntmachung, in der Frühe am nächsten Morgen außerhalb der Mauern Baghdads zusammenzukommen, zwecks Verbrennung von Ibn Kammuna. Das Volk beruhigte sich darauf und begann nicht wieder, ihn zu erwähnen. Was aber nun Ibn Kammuna betrifft, so legte man ihn in eine mit Leder bezogene Kiste, trug ihn nach Hilla — sein Sohn war dort Sekretär — und dort ver« brachte er seine Tage und starb auch dort/' Dieser höchst bemerkenswerte Bericht erlaubt uns, eine Reihe von mit dem Leben dieses jüdischen Philosophen zu« zusammenhängende Fragen klären zu helfen. a) Zunächst zur Frage seines vermeintlichen Übertritts zum Islam. D. H. Baneth hat schon überzeugend dargelegt, daß auf Grund der religionsphilosophischen Einstellung Ibn Kammunas zum Islam, wie sie sich in seinem Werk manifestiert und auch auf Grund seiner ausdrücklichen Äußerungen gegen jedes Re« negatentum kein Zweifel mehr bestehen kann, daß Ibn Kam« 96 Die Titelamgabe differiert in den! Handschriften; vgl. Hiirschfeld a. a. O., S. 7.

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