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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 4 · p. Seite 317

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 4
Article
Arabische Quellen zur Geschichte der babylonischen Judenheit im 13. Jahrhundert
Date
1935-01-01
Page
Seite 317 (sequence 16)
Language
German
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IRI
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Arabische Quellen zur Geschichte der babylon. Judenbeit 317 verdächtig. Während es in dem oben angeführten Bericht heißt: ״In diesem Jahre wurde Daniel b. Samuel b. abi al- Rabi'a zum Gaon ernannt"79, schreibt unsere Chronik hier: ״in diesem Jahre verlangte Eli b. Zacharja, der Jude aus Arbil, daß man ihn zum Gaon ernenne"80. Sollten da etwa innere Streitigkeiten dem Gaonat von Daniel ein vorzeitiges Ende gesetzt haben? Vielleicht werden neue Quellen darauf Antwort geben können. Dieser Eli b. Zacharja ist der letzte der von unserem arabischen Chronisten genannten Gaonim. Von neuen Ernennungen von Gaonim hören wir durch b. al Fuwati nichts81, obwohl er die Ereignisse Baghdads und Iraqs auch nach dem Jahre 648/1250 weiterführt und bis ins Jahr 700/1300 registriert, ja sogar dabei immer wieder Angaben über Juden und jüdische Ereignisse bringt. Sollte etwa angenommen werden, daß Eli b. Zacharja überhaupt der letzte Gaon war? Das würde doch im Widerspruch stehen zu der Tatsache, daß wir einen Gaon Samuel b. Daniel noch im Jahre 1288 in Baghdad finden. Was kann wohl der Grund sein, daß Ibn al Fuwati bezüglich der Geschichte des Gaonats in Baghdad vom Jahre 648/1250 an uns im Stiche läßt? Eli b. Zacharja wirkte in einer der bewegtesten Zeiten in der Geschichte der babylonischen Judenheit. In seine Amtszeit fällt der Einbruch der Mongolen, der Fall Baghdads und der Sturz des Abbasiden-Chalifats. Bei den veränderten Grundlagen der neuen Mongolen-Herrschaft bedurfte es vielleicht gar keiner behördiichen offiziellen Ernennung eines Führers der Judenheit mehr. Die Ernennung zum Gaon begann möglicherweise wieder eine ganz interne Angelegenheit der jüdischen Gemeinde zu werden, ohne jede staatliche Einmischung. Und das interessierte wohl den arabischen Chronisten nicht, der ja die Ernennungen von Gaonim nur deshalb registrierte, weil sie einen 79 oberu S. 6/7. 80 Text S.. 248. 81 Mann, a. a. O., S. 226 will auch zwischen Ali II u. dem sehr viel später wirkenden Gaon Samuel b. Daniel einen Gaon Xsak hallevi b. Ali als Haupt der Sura-Hachschule einschalten. Unsere Chronik liefert dazu keine Unterlagen. Vgl׳. Anmkg. 53.

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