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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 4 · p. Seite 313

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 4
Article
Arabische Quellen zur Geschichte der babylonischen Judenheit im 13. Jahrhundert
Date
1935-01-01
Page
Seite 313 (sequence 12)
Language
German
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Arabische Quellen zur Geschichte der babylon. Judenheit 313 seinem Vertreter ausgestellten Bestallungsurkunde ihre Funktionen ausüben. Sie waren in einem gewissen Sinne Beamte der Regierung, denen besondere Privilegien und Rechte gewährt wurden. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts trat jedoch eine grundlegende Veränderung in dem Verhältnis des Exilarchen zu den islamischen Autoritäten ein, eine Veränderung, die wahr״ scheinlich mit der Übersiedlung des Exilarchen von Baghdad nach Mosul im Zusammenhang steht61. Dieser Wendepunkt in der Entwicklung des Exilarchats erfolgte, wie wir heute wissen, durch den Gaon Samuel b. Ali62. Er war ein prinzipieller Geg״ ner des Exilarchats und ihm gelang es, während seiner Amts״ zeit, das Gaonat auf Kosten des Exilarchats, das nach Mosul verpflanzt wurde, in den Vordergrund zu rücken, so daß wahr״ scheinlich zu Beginn des 13. Jahrhunderts fast alle Privilegien des Exilarchen sowie seine ausgezeichnete Stellung vor der Re״ gierung auf die Baghdader Gaonim übergegangen waren63. Wir sind hier noch stark auf Vermutungen angewiesen, denn ״altogether the 13 th Century is shrouded in obscurity with regard to the äctivities of the school and of the political heads of the Babylonian Jewry64“. Dennoch läßt sich im Lichte der neuen Quellen manches klären. Die deutlichsten Belege dafür, daß der Baghdader Gaon jenes Jahrhunderts die Rolle des Exilarchen übernommen hatte, sind die arabischen Dokumente bezgl. der Ernennung oder Be- Stallung von Gaonim durch die islamischen Autoritäten. Das erste, uns erhaltene Dokument dieser Art ist jenes Fragment aus dem Geschichtswerk des arabischen Historikers Abu T-älib b. Angab b. al Sä'i65, das S. Poznanski66 veröffentlicht hatte, in dem es u. a. heißt67: 61 Poznanski a. a. O., S. 35 62 S. Assaf, a. a. O., S. 25/26; bes. Brief19 ׳. 63 PoznansH a. a. Q.r S. 119. 64 Mann, a. a. Ov 243. 65 Von -diesem Baghdader Historiker — dem! Lehrer unsres b. al Fuwati — ist bisher nur ein kl. Geschichtsabriß erschienen u. di. Titel: Kitäb Muh״ tassar, achbär alchulafa, Bulag 1309/1891. Vgl. F.Wüstenfeld: Die Geschichts״ Schreiber der Araber, Nr. 354. Das Fragment aus seinem großen Geschichts״ werk erschien in der arabischen Monatsschrift ״Moktabas“ in Cairo 1908, S. 95/102. 88 a. a. Ov S. 37/39; S. 10/11. 67 Nach Poznanski S. 37 zitiert. Monatsschrift, 79. Jahrgang 21

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