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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 4 · p. Seite 301

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 4
Article
Die geschlechtliche Stellung des Weibes in Gen 2 und 3
Date
1935-01-01
Page
Seite 301 (sequence 21)
Language
German
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Die geschlechtliche Stellung des Weibes in Gen 2 und 31 301 kehrende Eintreten der Handlung von Fall zu Fall, ganz wie es Gen 316 durch das in unserm Sinne gemeinte ימשל zum Ausdruck kommt. — — — Bei dem allem aber bleibt der Unterschied der Lesarten תשוקתך (MT) oder -22תשוב׳/ was der äjtoatpocprj (= Zuflucht, Hinkehr) der LXX zu entsprechen scheint, unerheblich. Ist die Meinung richtig, daß das der djtoatQ0cp׳r) zugrunde liegende hebräische Wort die geschlechtliche Annäherung, die körperliche Hinkehr des Weibes zum Mann im Auge habe, so wäre das תשוכך eine wohlverständliche euphemistische und vergeistigende Hülle״ form der Massoreten, wie deren ja so zahlreiche im Alten Testa״ ment vorliegen. 12. Im ganzen gesehen stehen also die beiden Schöpfungs״ berichte Gen 1 und Gen 2—3 einander so gegenüber, daß Gen 1 beides, das Entstehen und das Bestehen der Welt, als ein dank göttlicher Tätigkeit und Allmacht, wie sie im göttlichen Wort offenbar werden, leichtes, ja mühelos geleistetes Werk Gottes darstellt; in Gen 2—3 hingegen das Entstehen und das Bestehen der Menschheit als eine s c hwere Sache erscheinen: das Entstehen von Mann und Weib, um das sich Gott so gemüht und bemüht hat (27-9. 18-22); das Bestehen von Mann und Weib (der Menschen, Menschheit), um das der Mensch sich müht und bemüht, nämlich der Mann durch Arbeit auf dem Acker zur Gewinnung des täglichen Brots bis zum Sterbestündlein 317-19. 23 und das Weib durch Mutter״ werden von der Empfängnis durch die Schwangerschaft hin״ durch bis zur Geburt 316; dann durch Mutterwalten 321 (״Mutter aller Lebendigen״) in Pflege und Selbstaufopferung bis an ihren Tod. Beide, Mann und Weib, stehen dabei je an ihrer Stelle, bei ihrem Tun und Leiden im Dienst der Menschheit, die Gott mühelos geschaffen und der Mensch gemäß dem Willen Gottes mühsam zu erhalten hat. Im Mittelpunkt von Gen 2—3־ aber steht (recht verstanden) 22 Geiger, Urschrift, scheint auf diesen Umstand nicht zu sprechen zu kommen — ungeachtet aller Umständlichkeit, mit der er sonst dieses Gebiet zu erörtern beliebt. B. Jacob S. 116 erklärt sich unter Hinweis auf 47 für MT.

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